Verbraucher : an Malte Diesselhorst Landesgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

Bei Extra-Gebühr die Bank wechseln

an Malte Diesselhorst

Ich möchte Fondsanteile über die Berliner Börse kostengünstig ohne Ausgabeaufschlag kaufen. Meine Bank lehnt die Annahme des Kaufauftrages aber ab. Was kann ich tun?

Einige Regionalbörsen, insbesondere auch die Berliner Börse, bieten Privatanlegern die Möglichkeit, Fondsanteile zu handeln. Über die Börse ist der Kauf der Fonds ohne Ausgabeaufschlag möglich, schon bei Aufträgen ab etwa zweitausend Euro kann sich das für den Anleger lohnen. Der aktuelle Börsenkurs der Fondsanteile lässt sich über die Internetseite der Berliner Börse oder die Bank jederzeit leicht ermitteln. Kauf und Verkauf von Fondsanteilen über die Börse erfreuen sich deshalb zunehmender Beliebtheit bei Anlegern; das gilt allerdings nicht in gleichem Maß für die Banken.

Einige Banken lehnen die Ausführung von Kauforders für Fondsanteile über die Börse ab, weil so die Provision für sie wegfällt. Andere Banken wiederum erheben zusätzliche Gebühren, die beim Kauf von Aktien nicht anfallen würden. Ein solches Verhalten sollte sich der Anleger nicht gefallen lassen. Manchmal hilft schon eine gut begründete Beschwerde, etwa mit Hilfe des bei der Berliner Börse erhältlichen Musterschreibens der DSW, das der Kunde seiner Bank zuschicken kann. Lenken die betroffenenBanken nicht ein, wird die Frage wohl letztendlich durch die Gerichte geklärt werden. Bis dahin bleibt dem Kunden als letzter Ausweg nur der Wechsel der Bank.

Einen Vorteil hat die Möglichkeit des Fondserwerbs über die Börse auf jeden Fall bereits heute gebracht: Auch Banken, die Kaufaufträge über die Börse noch ablehnen, sind bei der Höhe der Ausgabeaufschläge inzwischen gesprächsbereit.

– Haben Sie auch eine Frage?

Dann schreiben Sie uns:

E-Mail:

Redaktion.Geld@tagesspiegel.de

Postanschrift: Verlag Der Tagesspiegel,

Redaktion Geld, 10876 Berlin

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben