Verbraucher : an Malte Diesselhorst Landesgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

Sparplan für die Ausbildung

an Malte Diesselhorst

Ich beabsichtige, für meine fast 10-jährige Tochter monatlich einen Betrag von 25 Euro anzulegen, damit sie später (18. Geburtstag) etwas Geld zur Verfügung hat. Welche Möglichkeiten habe ich, welche Anlageformen eignen sich und was ist rechtlich zu beachten?

Weil das klassische Sparen nur eine geringe Verzinsung bringt, denken viele Eltern über andere Anlageformen nach, mit denen sie für ihre Kinder einen finanziellen Grundstock schaffen können, etwa zur Finanzierung der Ausbildung. Versicherungen bieten zum Beispiel Ausbildungsversicherungen an. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Kapitallebensversicherung, die allerdings auch einen Risikolebensversicherungsanteil enthält.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Renditechancen solcher Ausbildungsversicherungen nicht sehr günstig sind. Die Kombination von Kapital- und Risikolebensversicherung bringt im Hinblick auf die Rendite Nachteile. Allerdings sollten laufende Ausbildungsversicherungen keinesfalls gekündigt werden, weil dann erhebliche Verluste eintreten können.

Günstiger sind Fondssparpläne, mit denen über einen längeren Zeitraum durch regelmäßige Einzahlungen Anteile an einem Aktienfonds gekauft werden. Das Risiko der Anlage in Aktien wird durch die lange Laufzeit und die Streuung innerhalb des Fonds reduziert. Allerdings sollte beim Abschluss eines Fondssparplans besonders auf die Kosten geachtet werden. Ausgabeaufschläge und Depotgebühren können die Rendite beeinträchtigen. Günstige Angebote machen vor allem die Direktbanken. Als Alternative zu Fonds werden in den letzten Jahren Zertifikate immer attraktiver, weil sie geringere Verwaltungskosten verursachen und die Ausgabeaufschläge entfallen. Einige Direktbanken bieten inzwischen auch Zertifikat-Sparpläne etwa für den Dax an.

Die Einrichtung eines Depots für ein Kind und alle Verfügungen darüber erfordern die Zustimmung beider Elternteile. Mit Erreichen der Volljährigkeit kann das Kind dann über das Geld allerdings frei verfügen. Bei einer Laufzeit von acht Jahren kann es sich dabei schon um einen größeren Betrag handeln. Soll das Geld für eine Ausbildung verwendet werden, sollten die Eltern überlegen, die zweckgerechte Verwendung sicherzustellen.

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