Verbraucher : an Malte Diesselhorst Landesgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

Rechtsschutz bei der Geldanlage

an Malte Diesselhorst

In einem Rechtsstreit mit einem privaten Vermögensverwalter soll die Rechtsschutzversicherung einspringen. Greift der Versicherungsschutz auch bei Warentermin- und Optionsgeschäften? Zahlt die Versicherung auch bei einem Rechtsstreit im Ausland?

Schlägt eine Vermögensanlage fehl und war ein Berater oder Vermögensverwalter eingeschaltet, so liegt es nahe, diesen und eventuell seine Haftpflichtversicherung auf Schadenersatz in Anspruch zu nehmen. Doch schon die anwaltliche Prüfung der Erfolgsaussichten einer Klage kann teuer werden – und das finanzielle Risiko eines langwierigen Prozesses ist erheblich.

Wer eine Rechtsschutzversicherung schon zum Zeitpunkt der Vermögensanlage abgeschlossen hatte, kann Hoffnung schöpfen; die Freude währt aber nur kurz, wenn die Versicherung die Übernahme der Kosten ablehnt, etwa mit der Begründung, es habe sich bei der Geldanlage um ein Spekulationsgeschäft gehandelt. Anleger sollten sich von einer solchen Ablehnung nicht gleich abschrecken lassen. In vielen Fällen muss die Versicherung letztlich doch zahlen.

Für Anlagen in Aktien ist die Sache klar: die Rechtsschutzversicherung muss die Kosten übernehmen, wenn der Prozess nicht von vornherein aussichtslos ist. Diese Rechtslage kommt zum Beispiel den Telekom-Aktionären bei ihren laufenden Prospekthaftungsklagen zu Gute. Wer allerdings Warentermin- oder Optionsgeschäfte abgeschlossen und mit hohem Risiko spekuliert hat, kann nach den Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen der Versicherer keine Kostenübernahme verlangen.

Das gilt nicht für Ansprüche aus fehlerhafter Anlageberatung. Hat also der Vermögensverwalter den Anleger gar nicht über die Risiken der Warentermin- oder Optionsgeschäfte aufgeklärt, so muss die Versicherung die Kosten des Rechtsstreits wegen der fehlerhaften Beratung übernehmen.

Die Pflicht zur Übernahme der Kosten gilt auch für Rechtsstreitigkeiten im europäischen Ausland und im ganzen Mittelmeerraum. Für andere Staaten, etwa die USA, gelten, soweit nicht ausdrücklich anders vereinbart, erhebliche Einschränkungen.

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