Verbraucher : an Peter Lischke Verbraucherzentrale Berlin

Vorsicht bei Beteiligungen

an Peter Lischke

Vor einigen Jahren habe ich einen Vertrag als atypisch stiller Gesellschafter abgeschlossen. Wie komme ich da raus?

Beteiligungsangebote als atypisch stiller Gesellschafter sind Angebote des Grauen Kapitalmarktes. Das heißt, hier gibt es weder eine staatliche Aufsicht noch Sicherungssysteme. Entgegen der Versprechen der Vermittler handelt es sich immer um riskante Unternehmensbeteiligungen, bei denen im schlimmsten Fall der Totalverlust des eingezahlten Geldes droht.

Bei Beteiligungsverträgen gibt es in der Regel während der 15- bis 30-jährigen Laufzeit kein ordentliches Kündigungsrecht. Ein vorzeitiger Ausstieg ist nur zu den Bedingungen möglich, die die Gesellschaft festschreibt. Sie sind in der Regel mit hohen Verlusten, so genannten Abgangsentschädigungen, verbunden.

Allerdings besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht. Dieses ist aber an hohe Anforderungen gebunden. Ein Kündigungsrecht gibt es etwa, wenn der Verdacht besteht, dass Geld veruntreut wird. Möglich ist auch die Anfechtung des Vertrages, weil vor Abschluss nicht genügend auf die Risiken verwiesen wurde. Außerdem fallen solche Verträge, wenn sie von Vermittlern in der Wohnung aufgeschwatzt wurden, unter das Widerrufsrecht bei Haustürgeschäften. Das Vertragsverhältnis kann dann ohne Angabe von Gründen widerrufen werden.

Wer einen solchen Vertrag abgeschlossen hat, sollte ihn so schnell wie möglich von der Verbraucherzentrale prüfen lassen. Am besten ist es aber in jedem Fall, sich erst gar nicht auf Beteiligungssparverträge als atypisch stiller Gesellschafter einzulassen.

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