Verbraucher : an Peter Lischke Verbraucherzentrale Berlin

Berater haften für ihre Fehler

an Peter Lischke

Haftet meine Bank, wenn sie mich falsch beraten hat?

Das Wertpapierhandelsgesetz schreibt vor, dass Banken verpflichtet sind, eine anleger- und anlagegerechte Beratung durchzuführen (Paragraf 31 WPHG). Dazu gehört insbesondere, dass ein Kreditinstitut sich einen Überblick darüber verschaffen muss, welche Erfahrungen und Kenntnisse der Kunde bezüglich der angebotenen Wertpapiere hat und welche Ziele er mit der Geldanlage verfolgt.

In einem zweiten Schritt müssen dann bezüglich der angebotenen Anlageform alle notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören Angaben zu den Chancen und Risiken der entsprechenden Anlageform allgemein und im Speziellen, Angaben zu den Kosten und die Aushändigung entsprechender Informationsmaterialien.

Die Kreditinstitute haben Fragebögen entwickelt, die in der Regel gemeinsam mit dem Kunden ausgefüllt und oft auch von diesen unterschrieben werden. Hier ist Sorgfalt geboten. Jede Frage sollte genau hinterfragt werden, da die Fragebögen eine Anspruchsgrundlage im Falle einer möglichen Falschberatung bilden.

Bezüglich der konkreten Pflichten der Bank gibt es eine sehr dezidierte Rechtsprechung, in der in vielen Fällen die Gerichte im Interesse der Verbraucher entschieden. Allerdings ist auf zweierlei hinzuweisen: Eine Falschberatung muss durch den Betroffenen bewiesen werden, das heißt man sollte sich in einem Beratungsgespräch so viel wie möglich schriftlich zusichern lassen. Ansprüche wegen einer Falschberatung verjähren außerdem in drei Jahren vom Tag der Beratung an (Paragraf 37a WPHG). Das bedeutet: Vor der Einleitung gerichtlicher Schritte sollte man prüfen, ob die Forderung nicht bereits verjährt ist und welche Beweismittel zur Verfügung stehen.

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