Verbraucher : an Peter Lischke Verbraucherzentrale Berlin

Der Arbeitgeber hilft beim Sparen

an Peter Lischke

Der Staat fördert das Sparen der Arbeitnehmer über vermögenswirksame Leistungen. Welche Sparformen werden unterstützt?

Bereits seit langem fördert der Staat bestimmte Sparverträge durch die Gewähr der Arbeitnehmersparzulage. Diese vermögenswirksamen Leistungen werden ergänzt durch tarifvertragliche Leistungen der Arbeitgeber, wobei deren Leistungen bis zu einer Höhe von 40 Euro möglich sind. Gibt der Arbeitgeber nichts oder nur geringere Summen, kann der Arbeitnehmer einen Teil seines Verdienstes durch den Arbeitgeber vermögenswirksam anlegen lassen. Das Geld muss für einen Zeitraum von mindestens sieben Jahren angelegt werden. Sechs Jahre lang wird angespart, ein Jahr liegt das Geld dann fest.

Seit dem 1. Januar 1999 gibt es zwei Förderbereiche: Investmentsparen sowie Bausparen. Hier unterstützt der Gesetzgeber mit einer deutlich höheren Sparförderung die Anlage in Produktivkapital, also in Aktienfonds, Aktien des eigenen Unternehmens oder Mitarbeiterbeteiligungen. Die Einkommensgrenze der Sparzulage beträgt 17900 Euro (Alleinstehende) bzw. 35800 Euro (Verheiratete). Dies entspricht jährlichen Bruttolöhnen von rund 21000 Euro für Alleinstehende ohne Kinder und rund 52500 Euro für verheiratete Alleinverdiener mit zwei Kindern.

Die Sparzulage für Beteiligungen am Produktivkapital beträgt 18 Prozent, in den neuen Ländern 22 Prozent. Das Bausparen wird mit einem Höchstbetrag von 470 Euro mit neun Prozent Sparzulage gefördert. Zusätzlich gibt es auf die jährliche Sparleistung von maximal 512 Euro (Ehepaare 1024 Euro) 8,8 Prozent Wohnungsbauprämie (bei zu versteuernden Jahreseinkommen von 25600 Euro/Verheiratete 51200 Euro).

Gegenwärtig nimmt nur jeder zweite Arbeitnehmer vermögenswirksame Leistungen in Anspruch, hier wird also viel Geld verschenkt. Deshalb empfiehlt es sich, mit dem Arbeitgeber zu klären, ob Ansprüche bestehen. Dann kann ein Vertrag über eine Anlageform der eigenen Wahl abgeschlossen werden. Die Sparzulage muss der Anleger jedes Jahr beim Finanzamt beantragen. Arbeitnehmer sollten sich gut informieren und beraten lassen, damit keine zu riskanten Anlageverträge abgeschlossen werden, deren Gewinnversprechen zwar verlockend, aber letztlich nicht erreichbar sind.

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