Verbraucher : an Peter Lischke Verbraucherzentrale Berlin

Worauf sich Sparer einstellen sollten

an Peter Lischke

Die große Koalition hat im Rahmen der Änderung der Steuergesetze angekündigt, auch die Sparerfreibeträge zu halbieren und die Spekulationsfristen wegfallen zu lassen. Wie kann ich mich hier langfristig auf diese neue Situation einstellen ?

Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass die Steuerpläne noch nicht Gesetz sind, es ist also noch manches offen. Aber in der Tendenz wird es sicherlich zu einschneidenden Änderungen bisheriger Regelungen kommen. Anleger sind gut beraten, sich langfristig auf die neuen Rahmenbedingungen einzustellen.

Die Sparerfreibeträge sollen von derzeit 1370 Euro beziehungsweise 2740 Euro für zusammenveranlagte Ehepaare auf 750 Euro/1500 Euro gesenkt werden. Die Werbekostenpauschale von 51 Euro je Person wird wahrscheinlich bleiben. Die Halbierung der Sparerfreibeträge würde dazu führen, dass ab 2007 die Steuerpflicht bei Zinsen eine zunehmende Rolle spielt. So würde ein alleinstehender Anleger bereits bei einer Anlagesumme von 37 500 Euro, die mit zwei Prozent verzinst wird, über die Freigrenze kommen. Bei steigenden Zinsen schrumpfen die Summen, die steuerfrei zinsbringend angelegt werden können, deutlich. Sparer sollten also jetzt schon prüfen, wie sie ihre festverzinslichen Anlagen diesbezüglich optimieren können. So bietet es sich zum Beispiel bei Bundesschatzbriefen Typ B (Zinsansammlung und Auszahlung der Zinsen mit Zinseszinsen bei Rückzahlung des Kapitals) an, vorzeitig zumindest Teilbeträge zu verkaufen.

Die geplanten Regelungen zum Wegfall der Spekulationsfrist würden bedeuten, dass zukünftig Kursgewinne generell versteuert werden müssen (aber Kursverluste damit verrechnet werden könnten). Die Versteuerung soll mit einem pauschalen Satz von 20 Prozent erfolgen, der in vielen Fällen niedriger als der individuelle Steuersatz liegt, mit dem bisher Dividenden bei Aktienanlagen oder Zinserträge versteuert werden. Ansonsten könnte es sich auch lohnen, in diesem Jahr bei Kursgewinnen gleichzeitig verlustbringende Papiere zu verkaufen. Damit kann die Spekulationssteuer eventuell unter die noch in 2006 geltende Freibetragsgrenze von 512 Euro gedrückt werden. Das vorhandene Depot sollte also auch unter diesem Gesichtspunkt regelmäßig geprüft werden.

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