Verbraucher : an Peter Lischke, Verbraucherzentrale Berlin

Sicherheit mit Garantiezertifikat

an Peter Lischke

Meine Bank bietet mir immer wieder Aktienanlagen als Zertifikate mit einer Sicherheitsgarantie an. Was ist von solchen Produkten zu halten?

Zuerst einmal sollten Sie sich nicht von den meistens etwas reißerisch aufgemachten Versprechungen täuschen lassen, sondern im Kleingedruckten genau lesen, worauf sich diese Garantie tatsächlich bezieht.

In der Tat nehmen Anleger mit Garantiezertifikaten ohne das Risiko eines Kapitalverlustes an der positiven Entwicklung einzelner Aktien oder eines Indexes, einer Branche oder einer Region teil. Allerdings ist dabei wichtig, dass die Garantie erst am Laufzeitende wirksam wird, nicht bei einem vorzeitigen Verkauf. Dabei haben die meisten Garantiezertifikate eine Laufzeit von fünf bis sieben Jahren. Das bedeutet, für diese Laufzeit sollte das hier investierte Geld tatsächlich entbehrlich sein, denn während der Laufzeit kann es zu erheblichen Kursschwankungen kommen.

Doch was sind eigentlich Zertifikate? Es handelt sich um börsennotierte Wertpapiere von Banken, bei denen der Kurs eines Vermögenswertes (zum Beispiel eines bestimmten Aktienindexes oder auch eines „Korbs“ von Aktien) nachgebildet wird. Dabei erwirbt der Anleger nicht die Wertpapiere selbst, sondern das Recht, an der Wertentwicklung solch eines Indexes oder eines Aktienkorbs (Basket) beteiligt zu werden. Der Anleger ist Gläubiger; die Bank der Schuldner. Bei einer Pleite des Geldinstitutes würde der Anleger als Gläubiger sein eingesetztes Kapital verlieren.

Bei einem Garantiezertifikat wird ein Zerobond als Sicherheitskomponente für die Kapitalgarantie mit einer Optionskomponente für die Ertragschance kombiniert. Ein Zerobond ist ein Wertpapier, für das während der Laufzeit keine Zinsen gezahlt werden. Der Gewinn des Garantiezertifikats liegt einzig in der Differenz zwischen dem Ausgabebetrag und dem Rückzahlungsbetrag.

Allerdings sind Garantiezertifikate aus steuerlicher Sicht nicht gerade anlegerfreundlich. Sie gelten als so genannte Finanzinnovationen. Anleger müssen somit, unabhängig von der Haltedauer, sämtliche Zinsen und Erträge oberhalb der Freibeträge nach dem individuellen Steuersatz mit dem Fiskus teilen.

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