Verbraucher : an Peter Lischke Verbraucherzentrale Berlin

Vorsicht bei Ferien-Timesharing

an Peter Lischke

In der Urlaubszeit werden wieder Timesharing-Modelle für Urlaubsimmobilien und so genannte Holiday-Packs angeboten. Kann sich der Kauf lohnen, oder ist Vorsicht angebracht?

Die „neue Urlaubsidee“ ist altbekannt und nennt sich Timesharing. Bei Ferienhäusern und Ferienwohnungen lässt es sich als ein periodisch wiederkehrendes Wohn- und Nutzungsrecht an einem konkreten Objekt definieren. Der Käufer erwirbt das Recht, das ausgewählte Objekt während eines bestimmten Zeitraums zu nutzen. Ob es sich dabei um eine neue Ferienform oder kriminelle Abzocke handelt, lässt sich pauschal schwer beantworten.

Auch die Angebote eher seriöser Anbieter enthalten typische Nachteile. Statt um Eigentum handelt es sich eher um einen Mietvertrag, bei dem der Mietzins im Voraus gezahlt werden muss. Ein grundbuchrechtlich gesichertes Recht erlangt der Käufer nicht, und selbst in den Fällen, wo der Erwerber tatsächlich Miteigentümer wird, teilt er sich diese Miteigentümerschaft mit einer Vielzahl weiterer Erwerber. Der Käufer ist also nur Eigentümer zweiter Klasse. Und er geht ein doppeltes finanzielles Risiko ein. Der Kaufpreis ist vorab zu entrichten, ohne dass die Sicherheit der Gegenleistung über die gesamte Laufzeit besteht. Bei einer Firmenpleite sind sowohl das Geld als auch die Nutzungsrechte verloren. Zum Kaufpreis kommen noch jährliche Umlagen, deren Höhe nicht abzusehen ist, so die Kosten für die Instandhaltung und Renovierung des Appartements sowie der Verwaltung der gesamten Anlage. Der Weiterverkauf der „Ferienwohnrechte“ ist praktisch unmöglich. Es gibt weder eine Börse noch einen funktionierenden privaten Markt.

Einen gewissen Schutz vor dubiosen Angeboten bieten die Regelungen des BGB zu den Teilzeit-Wohnrechtsverträgen (Paragrafen 481 bis 487), die zumindest Informationspflichten und ein Widerrufsrecht, über das ausdrücklich belehrt werden muss, festschreiben. Allerdings gelten diese Regelungen nur bei Verträgen, die eine Mindestlaufzeit von drei Jahren vorsehen. Die Empfehlung: keinesfalls im Urlaub Verträge unterschreiben und sich zum Besuch entsprechender Werbeveranstaltungen überreden lassen. Und: keine Anzahlungen unmittelbar nach Vertragsunterzeichnung leisten; diese sind gesetzlich auch nicht zulässig.

– Haben Sie auch eine Frage?

Dann schreiben Sie uns:

E-Mail:

Redaktion.Geld@tagesspiegel.de

Postanschrift: Verlag Der Tagesspiegel,

Redaktion Geld, 10876 Berlin

0 Kommentare

Neuester Kommentar