Verbraucher : an Peter Lischke, Verbraucherzentrale Berlin

Sicherheiten für Bankkunden

an Peter Lischke

Die Pleite der Privatbank Reithinger machte unlängst Schlagzeilen. Kunden der Bank fürchten, dass ihre Spareinlagen verloren sind. Was können Bankkunden tun, wenn ihr Geldinstitut nicht mehr solvent ist. Wie kommt man an sein Geld?

In Deutschland gibt es verschiedene Sicherungssysteme. Durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (ESAEG) wird eine gesetzliche Mindestsicherung vorgeschrieben. Danach erhalten Anleger im Insolvenzfall 90 Prozent der Einlage, höchstens 20 000 Euro, von der Entschädigungseinrichtung ersetzt. Das Gesetz verpflichtet alle privaten und öffentlich rechtlichen Kreditinstitute zur Mitgliedschaft in dieser Entschädigungseinrichtung. Ausgenommen sind Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, da deren Sicherungssysteme vorbeugend den Bestand des gesamten Instituts schützen sollen. Als geschützte Einlagen gelten im wesentlichen Kontoguthaben. Die Einlagen müssen auf Euro oder auf die Währung eines Staates des Europäischen Wirtschaftsraumes lauten, so dass Konten auf US-Dollar oder Schweizer Franken gesetzlich nicht geschützt sind.

Zusätzlich zur gesetzlichen Mindestsicherung haben die Banken weitere Sicherungseinrichtungen geschaffen. So sind die privaten Banken, einschließlich der Direktbanken, dem Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands angeschlossen (Postfach 040307, www.bdb.de; dort ist eine Namensliste erhältlich).

Die Einlagen jedes Kunden sind bis zur Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank geschützt. Da die meisten Banken über ein haftendes Eigenkapital von über 50 Millionen Euro verfügen, sind Guthaben in Millionenhöhe pro Kunden in der Regel abgesichert. Durch den Einlagensicherungsfonds des Verbands sind Kontoguthaben, Tagesgeldkonten, Festgeld sowie Sparbriefe geschützt. Der Schutz erstreckt sich auch auf Guthaben, die bei Filialen der angeschlossenen Banken im Ausland unterhalten werden und ist unabhängig von der Währung, in der die Forderung besteht. Der Anspruch auf Entschädigung ist durch die Bankkunden innerhalb eines Jahres nach Unterrichtung anzumelden. Nach Ablauf dieser Frist kann ein Entschädigungsfall nicht mehr geltend gemacht werden. Dazu reicht es, die entsprechenden Belege in Kopie einzusenden.

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