Verbraucher : an Peter Lischke, Verbraucherzentrale Berlin

Auch bei Riester greift der Fiskus zu

an Peter Lischke

Ich erwäge, eine Riester-Rente abzuschließen. Wie wird diese bei der späteren Auszahlung besteuert? Wird sie dem Einkommen hinzugerechnet und mitversteuert – einschließlich der Abgaben für die Pflegeversicherung? Und wenn ich nicht selbst in den Genuss der Rente komme, was passiert mit dem angesparten Kapital?

Für die meisten Arbeiter, Angestellten und Beamten ist ein Riester-Vertrag eine günstige, zumal staatlich geförderte Altersvorsorgeform. Die Auszahlung beginnt frühestens, wenn der Kunde 60 Jahre alt ist oder gesundheitsbedingt Frührentner wird. Stirbt er vorher, kann sein Ehepartner das Ersparte auf seinen eigenen Riester-Vertrag übertragen. Hat er bisher keinen, kann er einen entsprechenden Vertrag auch dann noch abschließen. Wird der Vertrag vorzeitig vom Verbraucher selber oder nach seinem Tod von seinen Erben aufgelöst, sind alle Zulagen und Steuervorteile zurückzuzahlen.

Die Beträge, die Sparer in einen Riester-Vertrag einzahlen, können sie von der Steuer absetzen. Die Zulagen werden von der Steuerersparnis abgezogen. Im Gegenzug ist die Rente oder das Kapital, das ausgezahlt wird, immer voll steuerpflichtig.

Die Auszahlung aus einem Riester-Vertrag kann nicht zu den Zahlungen aus der gesetzlichen Rente addiert werden. Hier gelten nämlich andere Steuerregelungen. Der steuerpflichtige Teil der gesetzlichen Rente ist für jeden neuen Jahrgang von Rentnern höher. Gegenwärtig liegt er bei 54 Prozent und steigt bis 2040 auf 100 Prozent. Bei einem privaten Rentenversicherungsvertrag ist abhängig vom Alter bei Rentenbeginn nur ein Teil der Rente zu versteuern. Beginnt die Zahlung der Rente mit 65 sind nur 18 Prozent der Rentenzahlung steuerpflichtig.

Differenziert ist auch die Sozialabgabenpflichtigkeit. Während die Zahlungen aus der gesetzlichen Rente und einer betrieblichen Altersvorsorge Kranken- und Pflegeversicherungspflichtig sind, gibt es bei den Auszahlungen aus einem Riester-Vertrag keine Pflicht zur Zahlung dieser Beiträge. Hier ist allerdings zu unterscheiden zwischen einem privat abgeschlossenen Riester-Vertrag und einem Vertrag im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge. Dieser ist nämlich sozialabgabepflichtig. Deshalb sollte ein Riester-Vertrag immer privat abgeschlossen werden.

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