Verbraucher : an Peter Lischke Verbraucherzentrale Berlin

Hohe Gebühren beim Goldverkauf

an Peter Lischke

Ich habe mehrere Goldbarren vor Jahren geerbt, die ich jetzt verkaufen will. Wo und wie kann ich dieses am günstigsten tun, was ist dabei zu beachten ?

Im Prinzip können Sie Gold – entweder als Barren oder als Münzen – über die Hausbank kaufen und verkaufen. Allerdings ziehen sich immer mehr Banken aus dem Goldgeschäft mit den Privatkunden zurück. Der Aufwand ist den meisten zu hoch. Von daher müssen Käufer und Verkäufer langjährige Kunden des jeweiligen Instituts sei, um am „Bankschalter“ Gold (ver-)kaufen zu können. In diese Bresche sind Anbieter gestoßen, die entsprechende Geschäfte tätigen. Einer der bekanntesten ist das Edelmetallhandelshaus Pro Aurum, das auch eine Filiale in Berlin hat. Goldanleger können auch über das Internet unter www.12gold-online.de Barren und Münzen ordern, aber auch verkaufen. Ein weiterer Anbieter in Berlin ist Euro-Change www.euro-change.de.

Möglich ist auch ein Verkauf über Ebay, allerdings ist der Verkauf größerer Mengen sehr aufwändig und es werden erhebliche Verkaufsgebühren verlangt. So werden beim Verkauf einer Unze Krügerrand cirka 15 Euro als Kosten fällig.

Wichtig ist vor dem Verkauf ein Vergleich der Konditionen. Dieser ist wegen der unterschiedlichen Verkaufskurse und der Auf- und Abschläge im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. An- und Verkaufspreise von Münzen und Barren liegen weit auseinander. Bereits bei einem Zehn-Gramm-Barren betragen sie bis zu 15 Prozent. Bei kleineren Barren und Münzen sind die Aufschläge besonders hoch. Entsprechende Übersichten finden sich im Internet, etwa unter www.bullionpage.de oder auf den Internetseiten der Banken und Edelmetallhändler.

Ist Gold als Geldanlage überhaupt geeignet? Der steigende Preis hat die Aufmerksamkeit auf das Edelmetall gelenkt. Dennoch bleibt Gold eine spekulative Anlageform. Es sollte nur ins Depot beigemischt werden. Im Übrigen bedarf es entsprechender Erfahrungen und eines langen Atems. Sinnvoller als die Anlage in Münzen und Barren kann die Anlage in Zertifikate sein, mit denen auf die Entwicklung des Goldpreises spekuliert wird. Auch Minen-Aktien und -Fonds eignen sich eher als die teure Lagerung von physischem Gold. Übrigens: Sonderprägungen eignen sich fast nie als Kapitalanlage.

– Haben Sie auch eine Frage?

Dann schreiben Sie uns:

E-Mail:

Redaktion.Geld@tagesspiegel.de

Postanschrift: Verlag Der Tagesspiegel,

Redaktion Geld, 10876 Berlin

0 Kommentare

Neuester Kommentar