Verbraucher : an Peter Müller, Anleihe-Analyst der Commerzbank

Ein fester Zins muss nicht sein

an Peter Müller

An den Börsen geht es mit den Aktienkursen nicht voran. Ist man mit festverzinslichen Wertpapieren jetzt auf der sicheren Seite? Oder gibt es bessere Alternativen?

Die klassischen und am weitesten verbreiteten Anleihen sind solche mit festem Kupon. Bei diesen Anleihen erhält der Anleger jedes Jahr eine feste, im Voraus fixierte Zinszahlung und am Ende der Laufzeit die Rückzahlung der Anleihe zum Nennwert.

Bei Anleihen mit variabler Verzinsung – Floater genannt – wird die Verzinsung in einem bestimmten zeitlichen Rhythmus (meist alle drei oder sechs Monate) neu festgelegt. In der Regel orientiert sich die Verzinsung an den Verhältnissen am Geldmarkt (Satz für Drei- oder Sechsmonatsgeld). Am Laufzeitende wird auch diese Anleihe zum Nennwert zurückgezahlt.

Bei Nullkupon-Anleihen oder Zerobonds handelt es sich nicht um Anleihen, die keine Verzinsung abwerfen, sondern um Anleihen, bei denen die Zahlung der Zinsen einschließlich Zinseszinsen einmalig erst am Ende der Laufzeit erfolgt. Die Anleihen werden deshalb mit einem hohen Abschlag von ihrem Rückzahlungswert begeben. Zerobonds erfordern den geringsten Kapitaleinsatz, und ihr Wert steigt gemäß den aufgelaufenen Zinsen an. Allerdings unterliegen sie den größten Kursschwankungen: Eine Veränderung des allgemeinen Zinsniveaus wirkt sich stark auf den Abschlag vom Rückzahlungswert aus.

Zerobonds sind folglich – mit entsprechenden Risiken – für spekulativ orientierte Anleger interessant. Sie eignen sich aber auch dazu, Zinszahlungen in die Zukunft zu verschieben, was aus steuerlichen Gründen von Interesse sein kann, wenn die Sparerfreibeträge bereits ausgenutzt sind. Im Gegensatz dazu weisen variabel verzinsliche Anleihen kaum Kursschwankungen auf, da ihr Zinssatz in kurzen Zeitabständen an die Marktverhältnisse angepasst wird.

Interessant sind so genannte inflationsgeschützte Anleihen. Der Anleger erhält während der Laufzeit einen im Vergleich zu normalen Anleihen niedrigeren Kupon (einschließlich Inflationsausgleich) und am Ende der Laufzeit einen Inflationsausgleich auf den Rückzahlungswert. Letzteres hat in Zeiten steigender Verbraucherpreise zur Folge, dass der Rückzahlungswert den Nennwert der Anleihen deutlich übersteigt.

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