Verbraucher : an Sabine Fischer Verbraucherzentrale Brandenburg

Vorsicht bei Nebenverdiensten

an Sabine Fischer

Da ich mir etwas dazuverdienen wollte, habe ich im Internet recherchiert und bin auf eine Firma gestoßen, die einen monatlichen Nebenverdienst in Höhe von bis zu 290 Euro für Autowerbung verspricht. Da ich auch schon Autos mit Werbeaufklebern gesehen habe, frage ich mich nun, ob das funktionieren kann ?

Häufig werden in Kleinanzeigen, im Internet, per E-Mail oder SMS Nebenverdienstmöglichkeiten mit angeblich hohen Einkünften angepriesen. Die Palette solcher Arbeitsangebote reicht dabei vom Adressenschreiben, der Montage von Kleingegenständen, dem Testen von Produkten, der Autowerbung, Angeboten zur Modellvermittlung bis hin zu Stellenofferten aus dem Bereich des Strukturvertriebs. Doch überwiegend halten diese Offerten nicht annähernd das, was sie versprechen. Zumeist müssen Betroffene eher draufzahlen. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat deshalb eine Liste unseriöser Anbieter ins Internet gestellt, die Firmen aus den verschiedensten Bereichen enthält (www.vzhh.de).

Den Verbraucherschützern ist auch die von Ihnen entdeckte Firma bekannt. Arbeitsuchende, die sich aufgrund der in Aussicht gestellten Verdienstmöglichkeiten mit ihrem Auto dort meldeten, sollten aber für eine zweijährige Internetpräsentation ihres Pkws 80 Euro bezahlen oder ein Zeitschriftenabo abschließen. Eine konkrete Vermittlungsleistung an interessierte Unternehmen wurde jedoch nicht versprochen und auch nicht erbracht. Die Firma verdient auf diese Weise leichtes Geld, denn erstens kassiert sie 80 Euro für das bloße Einstellen des Pkw-Fotos ins Internet, ohne eine Vermittlungsleistung zu erbringen, oder sie erhält eine Provision des Verlages für den Abschluss von Zeitschriftenabos.

Dagegen verdient der Kunde leider gar nichts. Doch obwohl er sein Geld los ist, ist er nicht gänzlich rechtlos: Wer auf diese Weise zum Abschluss eines Zeitschriftenabos geworben wurde, sollte den Vertrag gegenüber dem Zeitschriftenverlag wegen arglistiger Täuschung (Paragraf 123 BGB) anfechten, sofern der Vertrag nicht ohnehin sittenwidrig ist (Paragraf 138 BGB), und sein Geld zurückfordern. Foto: Thilo Rückeis

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