Verbraucher : an Sabine Fischer Verbraucherzentrale Brandenburg

Vorsicht bei Weihnachtskäufen

an Sabine Fischer

Ich verschenke zu Weihnachten gern Kleidungsstücke. Was kann ich tun, wenn die Sachen nicht gefallen oder nicht passen? Kann ich sie zurückgeben? Und was gilt, wenn ich beim Versender bestelle? Muss ich dann das Rücksendeporto zahlen?

Internet-Käufer sollten folgende Hinweise beachten:

1. Auf ladungsfähige Absenderangaben, Beschreibung sowie Preise, Versandkosten und Abbildung der Artikel achten! Für spätere Beanstandungen abspeichern; 2. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) durchlesen und abspeichern;

3. Ist der Verkäufer ein privater oder gewerblicher Anbieter ? Nur private Verkäufer können Gewährleistungsrechte vollständig ausschließen! Gesetzliche Widerrufs- oder Rückgaberechte haben Verbraucher nur gegenüber gewerblichen Anbietern!

4. Wird ordnungsgemäß über das Rückgabe- oder Widerrufsrecht innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Ware belehrt? Wenn nicht, bleibt unbegrenzt Zeit.

5. Hat der Anbieter ein Widerrufsrecht eingeräumt, trägt er ab einem Warenwert von über 40 Euro nur dann die Kosten für die Rücksendung, wenn der Kunde den Kaufpreis zum Zeitpunkt des Widerrufs bereits angezahlt oder vollständig bezahlt hat. Hat der Kunde noch nichts bezahlt oder beträgt der Warenwert bis zu 40 Euro, muss der Kunde die Rücksendekosten selbst tragen, wenn der Anbieter deutlich darüber informiert hat!

6. Hat dagegen der Händler ein Rückgaberecht eingeräumt, muss er stets die Rücksendekosten tragen!

7. Zahlungsmodalitäten checken; besser per Rechnung oder Bankeinzug bezahlen.

Kleidungsstücke zu verschenken, birgt jedoch oft Risiken. Gefällt dem Beschenkten der Schnitt nicht, ist die Farbe unpassend oder entspricht die Größe nicht deutschen Standardmaßen, ist die Feststimmung getrübt ! Daher sollten Schenker versuchen, sich schon beim Kauf ein vom Händler freiwillig zu gewährendes Umtauschrecht auf dem Kaufbeleg zusichern zu lassen. Stellt sich dagegen später bei der Anprobe heraus, dass das Kleidungsstück zwar gefällt, jedoch mangelhaft ist, kann der Beschenkte gesetzliche Gewährleistungsansprüche wie Reparatur oder Ersatzlieferung beim Händler geltend machen. Damit der Kauf nachgewiesen werden kann, sollten Schenker unbedingt den Kauf- beziehungsweise Kartenbeleg oder den Kontoauszug aufbewahren!

Käufer mit wenig Zeit oder zündenden Ideen greifen immer häufiger auf Geschenkgutscheine zurück. Das ist auch klug, denn nach Weihnachten senken viele Händler ihre Preise drastisch. Wer dennoch nichts Passendes für sich finden kann, sollte wissen, dass die Einlösung eines Gutscheins in Bargeld grundsätzlich nicht möglich ist, wenn der Händler das nicht möchte. Jedoch ist ihm die teilweise Einlösung durch den zeitlich verschobenen Kauf von mehreren Artikeln zuzumuten. Dem Händler entsteht dadurch kein Verlust, zumal er die entsprechenden Einlösebeträge auf dem Gutschein vermerken kann.

Ist eine angemessen lange (mindestens ein Jahr) Einlösefrist abgelaufen, hat der Gutscheininhaber kein Recht auf Einlösung mehr. Er kann jedoch den Wert vom Händler zurückverlangen abzüglich einer Schadenersatzsumme für das entgangene Geschäft. Die Höhe ist abhängig vom Einzelfall, könnte aber etwa zehn bis 20 Prozent des Wertes betragen. Bestehende Ansprüche aus Gutscheinen verjähren in drei Jahren. Foto: Thilo Rückeis

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