Verbraucher : an Sabine Fischer Verbraucherzentrale Brandenburg

Vorsicht bei Ferienimmobilien

an Sabine Fischer

Wir waren im Urlaub auf Gran Canaria und haben dort an einer Party teilgenommen, bei der für Ferienimmobilien geworben wurde. Wir haben einen Vertrag unterschrieben, aber jetzt bedauern wir das. Können wir das Ganze wieder rückgängig machen?

Vor den Tücken des so genannten Time-Sharing sollen die Vorschriften zu den Teilzeit-Wohnrechteverträgen im Bürgerlichen Gesetzbuch (Paragrafen 481 bis 487 BGB) schützen. Sie gehen auf eine EU-Richtlinie zurück.

Folgende wichtigste Punkte müssen Unternehmer beim Verkauf von Time-Sharing-Rechten an Verbraucher beachten:

Informationspflichten: Der Verkäufer muss den Kunden detailliert über sich, den Eigentümer der Time-Sharing-Anlage, das Appartement, die Gemeinschafts- und Versorgungseinrichtungen, die Kosten und anderes mehr informieren. Jedem Interessenten ist deshalb ein Prospekt in seiner Sprache auszuhändigen, wobei die Informationen auch im Vertrag enthalten sein müssen. Der Vertrag ist außerdem in der Landessprache des Käufers auszufertigen.

Widerrufsrecht: Time-Sharing-Verträge ab einer Laufzeit von drei Jahren können innerhalb von zwei Wochen nach Aushändigung der Vertragsurkunde ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Die Frist kann sich bis zu sechs Monate verlängern, wenn der Verkäufer beispielsweise seinen Informationspflichten nicht oder nicht in vollem Umfang nachgekommen ist. Über das Widerrufsrecht muss der Kunde schriftlich und hinreichend deutlich belehrt werden. Die Belehrung muss unter anderem auch Angaben zum Fristbeginn und zur Adresse des Empfängers des Widerrufsschreibens enthalten. Ohne ordnungsgemäße Belehrung ist ein Widerruf unbegrenzte Zeit möglich. Auch vom Verkäufer finanzierte Verträge und Verträge, die beispielsweise eine Bank, mit der der Verkäufer zusammenarbeitet, finanziert, können widerrufen werden.

Anzahlungsverbot: Anbietern ist es ausdrücklich verboten, vor Ablauf von 14 Tagen nach Aushändigung der Vertragsurkunde eine Anzahlung zu fordern oder entgegenzunehmen.

Reisende in leutseliger Urlaubsstimmung sollten sich nicht mit rosigen Gewinn- und Rabattversprechen auf Time- Sharing-Verkaufsveranstaltungen locken lassen. Es folgen zumeist stundenlange und zermürbende Gespräche zu den kaum vorhandenen Vorzügen solcher Nutzungsrechte, die für den Vertragsschluss gefügig machen sollen. Auf keinen Fall sollte man unter Zeitdruck die zumeist umfänglichen und teuren Verträge unterzeichnen. Wer dennoch einen solchen Vertrag im Ausland schließen möchte, sollte wenigstens darauf dringen, die Geltung deutschen Rechts und einen deutschen Gerichtsstand zu vereinbaren. Andernfalls sind bei Time-Sharing-Verträgen mit Auslandsbezug erhebliche rechtliche und finanzielle Hürden zu nehmen, um mögliche Rechte auch durchsetzen zu können! Foto: Thilo Rückeis

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben