Verbraucher : an Sabine Fischer Verbraucherzentrale Brandenburg

Für die „Gelben Seiten“ zahlen?

an Sabine Fischer

Kürzlich erhielt ich ein Schreiben mit einem postgelben Logo, das den Eindruck erweckte, von den „Gelben Seiten" abgesandt worden zu sein. Ich berichtigte meine dort enthaltenen Angaben und schickte es zurück. Wenig später erhielt ich eine saftige Jahres-Rechnung über einen Online-Eintrag und die Mitteilung, dass ich zwei Jahre gebunden bin.

Diverse Angebote für Einträge in ein Online-Branchenbuch werden häufig an Firmen verschickt. Da Gewerbetreibende zumeist viele Rechnungen zu bearbeiten haben, machen sie sich nur selten die Mühe, genauer nachzulesen. Das nutzen solche Anbieter natürlich aus! Die oftmals als Rechnung aufgemachten und mit irreführenden Logos versehenen Schreiben erwecken absichtlich den falschen Eindruck, es sei bereits eine Zahlungsverpflichtung entstanden. Auch die oben beschriebene Masche ist bekannt.

Zumeist verbirgt sich dann irgendwo im Kleingedruckten der Hinweis, dass es mit Begleichung der Rechnung oder mit Absendung der Unterlagen zu einem Vertragsschluss kommt. Entscheidend ist letztlich, ob solche Schreiben die Adressaten aufgrund ihrer Aufmachung getäuscht haben oder ob diese hätten dennoch erkennen können, dass sie einen kostenpflichtigen Vertrag eingehen. Neigt man zur ersten Alternative, könnte eine Anfechtung des Vertrages wegen arglistiger Täuschung (Paragraf 123 Bürgerliches Gesetzbuch) in Frage kommen. Dazu sollten sich Betroffene allerdings rechtlich beraten lassen. Foto: Thilo Rückeis

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