Verbraucher : an Stefan Braatz Deutsche Rentenversicherung Bund

Was bringt ein Riester-Vertrag?

an Stefan Braatz

Ich bin Anfang 30, alleinerziehend, habe zwei Kinder, und verdiene rund 30 000 Euro brutto im Jahr. Da ich mit dem Geld hinkomme, möchte ich noch etwas für mein Alter tun – darauf wird ja überall hingewiesen. Wäre die Riester-Rente passend für mich?

Es gibt zusätzlich zur gesetzlichen Rente die Möglichkeit, sowohl privat als auch betrieblich vorzusorgen. Als Riester-Rente werden dabei die zertifizierten Altersvorsorgeprodukte bezeichnet, die seit 2002 durch Zulagen oder steuerliche Vergünstigungen staatlich gefördert werden. Anfangs kritisiert, hat sich die Riester-Rente immer mehr durchgesetzt; inzwischen gibt es über acht Millionen Verträge. Familien mit Kindern und geringem Einkommen profitieren besonders von den Zulagen, kinderlose Besserverdiener können vorrangig Steuervorteile nutzen.

In Ihrem Fall sähe die Rechnung wie folgt aus: Um die volle Förderung zu bekommen, müssten Sie drei Prozent Ihres Bruttoverdienstes in einen Riester-Vertrag einzahlen, das wären rund 900 Euro im Jahr. Diesen Betrag müssen Sie aber nicht allein aufbringen, sondern er wird bezuschusst, durch Ihre Grundzulage von 114 Euro und durch die Kinderzulage von 138 Euro je Kind. So zahlen Sie 510 Euro, der Staat steuert 390 Euro bei, also fast die Hälfte.

Bereits jetzt sind aber weitere Verbesserungen bei der Riester-Rente absehbar: Ab 2008 steigt die Grundzulage auf 154 Euro, die Kinderzulage auf 185 Euro pro Kind; für jedes ab 2008 geborene Kind ist geplant, die Zulage sogar auf 300 Euro zu erhöhen. Berufseinsteigern unter 21 Jahren sollen künftig 100 Euro gutgeschrieben werden, und auch Immobilien sollen stärker in die Förderung einbezogen werden. Über Einzelheiten bei der Immobilienförderung wird jedoch noch gestritten.

Als Riester-Sparer können Sie zwischen verschiedenen Anlageformen wählen, etwa Fonds- oder Banksparpläne sowie klassische oder fondsgebundene Versicherungen. Die richtige Anlageform ist auch abhängig vom Lebensalter und vom Anlagetyp: Jüngere, risikofreudigere Sparer sind mit einem Fondsprodukt gut beraten, ältere, konservative Anleger mit einem Sparplan. Sind Sie nicht mehr förderberechtigt oder in der Lage, Ihren Beitrag aufzubringen, kann der Vertrag ruhen. Die Zahlung kann später wieder aufgenommen werden. Sind Sie mit Ihrem Anbieter unzufrieden, können Sie wechseln. Hierbei entstehen allerdings Kosten in unterschiedlicher Höhe, die vom Ersparten abgezogen werden.

Riesterprodukte müssen in der Auszahlungsphase zwar versteuert werden, sind aber „Hartz-IV-sicher“ und von der Einkommensanrechnung auf Hinterbliebenenrenten der gesetzlichen Rentenversicherung ausgenommen.

Weitere Informationen gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen, Telefon 0800-100048040. Foto: Kai-Uwe Heinrich

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