Verbraucher : an stefan braatz Deutsche Rentenversicherung

Bei der Scheidung wird geteilt

an stefan braatz

Ich stehe kurz vor meiner Scheidung. Das Familiengericht hat mich nun aufgefordert, meine Versorgungsansprüche offen zu legen, um den Versorgungsausgleich regeln zu können. Können Sie mir erklären, was es damit auf sich hat und wie so ein Versorgungsausgleich funktioniert?

Im Falle einer Ehescheidung regelt das Familiengericht unter anderem den Versorgungsausgleich. Hierbei wird, wie der Name schon sagt, über den Ausgleich von Versorgungsanwartschaften, also etwa über die Aufteilung von Renten- oder Pensionsansprüchen, entschieden. Nach Durchführung des Versorgungsausgleichs sollen beide (Ex-)Ehepartner im Ergebnis innerhalb der Ehezeit gleich hohe Versorgungsanrechte erworben haben.

Auch die Ansprüche der Rentenversicherung sind vom Versorgungsausgleich betroffen und auszugleichen. Die Rentenversicherer klären hierzu das Versicherungskonto und erstellen eine so genannte „Ehezeitauskunft“. Diese stellt die jeweiligen Rentenansprüche, die innerhalb der Ehezeit erworben wurden, dar.

Das Familiengericht entscheidet nach Einholung aller Auskünfte, welche Anwartschaften wie auszugleichen sind: Wenn etwa der Ehemann einen Rentenanspruch von 500 Euro erworben hat und die Ehefrau nur einen Anspruch von 300 Euro, muss er seiner Frau 100 Euro „abgeben“. Damit haben beide Ehepartner gleich hohe Rentenanwartschaften aus der Ehezeit, nämlich 400 Euro, erworben. Allerdings werden hier keine festen Euro-Beträge übertragen, sondern (nach Umrechnung) „dynamische“ Rentenanwartschaften.

Hinsichtlich der leistungsrechtlichen Auswirkungen ist zu beachten, dass die Rente des Ausgleichsberechtigten bereits ab Rentenbeginn erhöht wird. Die Ex-Ehefrau bekommt zu ihrer eigenen Rente also 100 „dynamisierte“ Euro aus dem Versorgungsausgleich dazu. Mit der Minderung verhält es sich in gleicher Weise.

Beim Versorgungsausgleich gibt es darüber hinaus einige Härteregelungen, zum Beispiel wenn der Ausgleichsberechtigte verstorben ist, bevor er jemals die erhöhte Renten bezogen hat, oder wenn der Ausgleichspflichtige Unterhalt leistet. Foto: Kai-Uwe Heinrich

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