Verbraucher : an Stefan Braatz Rentenexperte

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an Stefan Braatz

Ich habe vor kurzer Zeit eine Rentenauskunft bekommen. Leider sind einige Lücken vorhanden, zum Beispiel fehlen meine Schulzeit und auch die Zeiten, in denen ich meine Kinder großgezogen habe. Was kann ich tun, um die Daten ergänzen zu lassen?

Ein vollständiges und aktuelles Versicherungskonto – mit allen rentenrechtlichen Zeiten, wie etwa Beitrags-, Schul-, Arbeitslosigkeits-, Krankheits- sowie Kindererziehungszeiten – ist Grundlage für die Erteilung zutreffender Rentenauskünfte und Renteninformationen. Auch können im Leistungsfall Renten nur dann richtig berechnet werden, wenn alle relevanten Daten bekannt sind. Eine Kontenklärung ist für Versicherte selbst dann wichtig, wenn sie aktuell nicht versichert sind. Auch Beamte, Selbstständige oder Hausfrauen können auf Grund einer früheren Beitragsleistung Ansprüche in der Rentenversicherung erworben haben.

Bei der Kontenklärung müssen Versicherte allerdings mithelfen, da nicht alle Daten dem Rentenversicherer bekannt sind. Zeiten in den alten Bundesländern liegen vielfach vor, da seit Anfang der 70er Jahre maschinelle Entgeltmeldungen erfolgten. Etwas anderes gilt für Zeiten, die bis 1991 in den neuen Bundesländern zurückgelegt wurden: Diese Zeiten wurden manuell in die „grünen“ Sozialversicherungsausweise eingetragen und müssen in der Regel noch gespeichert werden. Hinsichtlich eventueller Lücken gilt Folgendes: Beruht die Lücke auf einer langen privaten Auszeit oder einer selbstständigen Tätigkeit ohne Beitragszahlung, bleibt sie einfach bestehen.

Für die Einleitung einer Kontenklärung reichen eine Postkarte oder ein Anruf aus. Hierauf wird man Ihnen Formblätter zuschicken, da nur so wichtige Angaben abgefragt werden können. Ansonsten erhalten Sie die Vordrucke bei den üblichen Stellen; dort hilft man Ihnen auch beim Ausfüllen der Formblätter.

Wollen Sie in absehbarer Zeit eine Altersrente oder eine Rehabilitationsmaßnahme beantragen, so sollten Sie sich umgehend um eine Kontenklärung kümmern. Für Versicherte mit Zeiten in den neuen Bundesländern, die bislang noch keine Kontenklärung durchgeführt haben, ist ebenfalls besondere Eile geboten: Die Aufbewahrungsfristen für Lohn- und Gehaltsunterlagen aus der ehemaligen DDR, zum Beispiel von VEB- oder Treuhandbetrieben, enden am 31. Dezember 2006. Danach wird es erheblich schwieriger, die Versicherungskonten zu vervollständigen. Foto: Kai-Uwe Heinrich

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