Verbraucher : an Susanne Meunier Stiftung Warentest

Was auf Dauer wichtig ist

an Susanne Meunier

Nächstes Jahr bekomme ich meine Kapitallebensversicherung ausgezahlt. Soll ich mir die Summe auf einen Schlag auszahlen lassen oder lieber als Monatsrente? Was ist steuerlich günstiger, was ist lukrativer?

Ob Sie überhaupt ein solches Wahlrecht haben, hängt von Ihrem Vertrag ab. Es muss sich um eine Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht handeln, damit alternativ zur Einmalauszahlung eine Rentenzahlung möglich ist.

Ist dies der Fall, ist die Entscheidung eher von anderen Fragen abhängig als von steuerlichen, denn steuerbegünstigt sind beide Varianten. Eine Einmalzahlung wäre vollständig steuerfrei, wenn Ihr Vertrag zuvor mindestens zwölf Jahre gelaufen ist und Sie mindestens fünf Jahre lang Beiträge eingezahlt hätten. Bei einer Rentenzahlung müssten Sie nur den so genannten Ertragsanteil versteuern, der bisher bei 27 Prozent liegen würde, wenn die Rentenzahlung mit 65 Jahren anfinge. Künftig wird dieser Ertragsanteil sogar noch schrumpfen.

Bevor Sie sich für eine Auszahlungsform entscheiden, sollten Sie sich deshalb fragen, ob Sie im kommenden Jahr eher eine Einmalsumme benötigen oder ob Sie nicht eher auf Dauer auf eine sichere monatliche Einkommensquelle angewiesen sind. Das wäre der Fall, wenn Sie Ihre Grundkosten für Miete, Strom, Telefon, Lebenshaltung und Auto noch nicht aus anderen sicheren, lebenslangen Einkommensquellen wie gesetzlicher Rente und Betriebsrenten bestreiten können. So attraktiv es ist, eine größere Summe Geldes in die Hand zu bekommen, so wichtig ist es, auch an die kommenden Jahre zu denken. Foto: promo

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