Verbraucher : an Walter Glanz Rentenexperte (BfA)

Melden Sie sich arbeitslos

an Walter Glanz

Mein Antrag auf Altersrente wegen Arbeitslosigkeit wurde abgelehnt. Begründung: Innerhalb der letzten zehn Jahre vor Beginn der Rente hätten 96 Monate lang Pflichtbeiträge gezahlt werden müssen. Bei mir waren es aber nur 95 Monate. In den Jahren 97/98 war ich allerdings zeitweilig ohne Beschäftigung, habe mich aber nicht arbeitslos gemeldet und war bei meiner Ehefrau mitversichert. Alle anderen Voraussetzungen erfülle ich. Gibt es einen Weg, die Rente doch noch zu erhalten?

So, wie Sie mir den Sachverhalt geschildert haben, war es ein Fehler, dass Sie sich seinerzeitig nicht beim Arbeitsamt gemeldet haben. Die Zeit der Arbeitslosigkeit hätte bei der Prüfung der acht Jahre Pflichtbeiträge als Verlängerungstatbestand gegolten. Konsequenz: Der Rentenversicherungsträger wäre im Ergebnis noch zwei Jahre weiter in die Vergangenheit zurückgegangen, so dass Sie die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen hätten erfüllen können.

Wie Sie schreiben, waren Sie in den Jahren 1997 und 1998 nur zeitweilig ohne Beschäftigung. Es müsste genau geprüft werden, um wie viele Monate es sich handelt. Eventuell könnte man durch Zahlung von Pflichtbeiträgen den Zeitraum entsprechend auffüllen. Bei einem Zeitraum von zwei Jahren dürfte das aber nicht mehr gelingen.

Die „Lücke" von zwei Jahren kann auch nachträglich nicht mehr geschlossen werden. Letztlich bedeutet dieses, dass bei Vorliegen einer Wartezeit von 35 Jahren – dabei zählen dann alle Zeiten mit – ein Rentenanspruch vermutlich erst ab dem 63. Lebensjahr zum Tragen kommt.

Sollte bei Ihnen jedoch eine Schwerbehinderung von mindestens 50 Prozent und eine Wartezeit von 35 Jahren vorliegen, könnten Sie alternativ die Altersrente für

schwerbehinderte Menschen beantragen. Foto: Kai-Uwe Heinrich

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