Verbraucher : an Wolfgang Wawro Steuerberater

Verschenken Sie Ihr Haus – jetzt

an Wolfgang Wawro

Ich möchte meinen Kindern mein Haus schenken. Ich habe gehört, dass das Bundesverfassungsgericht im nächsten Jahr ein neues Urteil zur Erbschaft- und Schenkungssteuer fällen wird. Sollte ich besser vor dem Urteil handeln?

Es ist richtig, dass im nächsten Jahr eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zur Erbschaft- und Schenkungsteuer zu erwarten ist. Darüber hinaus hat bereits im Juni dieses Jahres das Land Schleswig-Holstein einen Gesetzesantrag im Bundesrat eingebracht. Nach dem Entwurf des Gesetzes zur Reform der Erbschaftbesteuerung (ErbStRefG) sollen schon ab dem 1. Januar 2005 Grundvermögen verkehrswertorientiert und betriebliche Vermögen rechtsformneutral bewertet werden. Bei der Erbschaftteuer sollen Mehreinnahmen von etwa 500 Millionen Euro fließen.

Heute liegen die Steuerwerte von Immobilien etwa um die 60 Prozent der Verkehrswerte. Wird die steuerliche Bewertung zum Beispiel auf etwa 90 Prozent der Verkehrswerte hochgeschraubt, wird in einigen Fällen der persönliche Freibetrag nicht mehr genügen, eine Schenkung oder Erbschaft an Angehörige freizustellen.

Angenommen der Verkehrswert einer Immobilie liegt bei 600 000 Euro. Dann beträgt der etwaige Steuerwert heute 360 000 Euro, künftig aber 540 000 Euro. Werden zwei Kinder bedacht, die jedes einen Freibetrag von 205 000 Euro beanspruchen können, bekommt das Finanzamt heute nichts. Künftig müsste aber jedes Kind 65 000 Euro besteuern und 7150 Euro an das Finanzamt abführen, zusammen also 14 300 Euro. Bei konkreten Absichten lohnt sich da schon heute der Weg zum Notar.

Ob die geplante Entwicklung schon zum 1. Januar 2005 eintritt oder noch etwas auf sich warten lässt, kann exakt nicht gesagt werden. Aber absehbar zu rechnen ist mit einer derartigen Entwicklung. Schließlich sind diese Gesetzesentwicklungen schon lange geplant, verschwanden aber vor der letzten Wahl zum Bundestag in der Schublade.

Wer aus anderen Gründen als der Steuer noch zögert, sollte sich über die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten wie etwa Nießbrauch oder Widerrufsrechte informieren.

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