Verbraucher : an Wolfgang Wawro Steuerberater

Fondsgelder sind keine Renten

an Wolfgang Wawro

Aus einem Investmentfonds lasse ich mir einen monatlichen Betrag auszahlen. Ich möchte wissen, ob nach dem neuen Alterseinkünfte-Gesetz diese monatliche Auszahlung als Einkommen aus Kapital-Vermögen betrachtet wird und zu versteuern ist oder ob ich wie bisher nur die Zinsen versteuern muss.

Ihre Bedenken ergeben sich aus der zum 1. Januar 2005 eingeführten Verschärfung der Besteuerung der Alterseinkünfte für viele Rentner. In den meisten Fällen ist die Erhöhung des Ertragsanteils bei Renten auf 50 Prozent jedoch legitim, weil nach Auffassung der Bundesregierung die meisten Rentenbezieher ihre Rentenbeiträge auch nur zur Hälfte aufbringen mussten. Die anderen 50 Prozent kamen von den Arbeitgebern.

Für rein private Rentenansprüche – also ohne Arbeitgeberanteil – sinken die Ertragsanteile sogar. Dies kann eine private Rentenversicherung bei einer Versicherungsgesellschaft oder auch eine Rente aus einem Haus- oder Betriebsverkauf sein. Wichtig ist, es muss eine Rente sein und nicht etwa eine Ratenzahlung aus anderen Ansprüchen. Der Ertragsanteil stellt nur die Bemessungsgrundlage für die Steuer dar. Der Steuersatz selbst beträgt zwischen 15 und 42 Prozent, in sehr vielen Fällen liegt er sogar bei null, wenn nämlich der Grundfreibetrag von 7664 Euro nicht überschritten wird.

Ihre Auszahlung aus dem Investmentfonds, egal ob regelmäßig oder unregelmäßig, zählt aber nicht als Rente. Hier bleibt es dabei, dass nur die Erträge (etwa Zinsen und Dividenden) zu versteuern sind und nicht etwa die Rückzahlung Ihres selbst ersparten Geldes.

Wer allein stehend ist, im Monat maximal 1575 Euro Rente erhält, keine anderen Einkünfte hat und dessen Kapitalerträge den Sparerfreibetrag und die Werbungskostenpauschale von zusammen 1421 Euro im Jahr nicht übersteigen, hat auch zukünftig nicht mit einer Steuerbelastung zu rechnen. Eheleute können mit den doppelten Beträgen auch beim Grundfreibetrag kalkulieren. Für eine individuelle Prüfung sollten Sie jedoch Fachleute konsultieren. Die Finanzämter helfen zwar auch gern, dürfen aber keine Beratung durchführen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

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