Verbraucher : an Wolfgang Wawro Steuerberater

Schulbücher lassen sich nicht absetzen

an Wolfgang Wawro

Nachdem ich heute 150 Euro für die neuen Schulbücher meiner Kinder und 50 Euro für Hefte und Stifte ausgegeben habe, frage ich mich, ob ich das nicht von der Steuer absetzen kann?

Aufwendungen für Schulbücher oder andere Materialien der Kinder gehören zu den Kosten der Lebensführung und können in der Steuererklärung leider prinzipiell nicht angerechnet werden. Diese Kosten gelten bereits mit dem Kindergeld oder dem Kinderfreibetrag als abgegolten.

Als Ausnahme gilt aber ein für die Eltern beruflich bedingter Umzug etwa in ein anderes Bundesland. Unter solch einer Voraussetzung kann ein Abzug als sonstige Umzugskosten in Frage kommen. Neben den Aufwendungen für die neuen Schulbücher können hierbei zum Beispiel Aufwendungen für den Nachhilfeunterricht der Kinder sowie Kosten für die Umschulung noch berücksichtigt werden.

Schulgeldzahlungen können unter bestimmten Voraussetzungen zu 30 Prozent als Sonderausgaben bei den Erziehungsberechtigten abgezogen werden. Kosten für die Verpflegung und Beherbergung der Kinder sind von den Gesamtaufwendungen allerdings herauszurechnen.

Neu ab diesem Jahr ist, dass Kinderbetreuungskosten nicht mehr nur im Rahmen der außergewöhnlichen Belastung berücksichtigt werden, sondern in bestimmten Fällen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Dies soll der besseren Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit dienen.

Ausgaben für Dienstleistungen zur Betreuung von Kindern, welche das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder wegen einer vor Vollendung des 27. Lebensjahres eingetretenen Behinderung, die außer Stande sind, sich selbst zu unterhalten, können in Höhe von 2/3 der Aufwendungen, aber maximal 4 000 Euro für jedes Kind abgezogen werden. Ab 2007 soll aber die bisherige Altersgrenze auf das vollendete 25. Lebensjahr abgesenkt werden.

Der Abzug erfolgt bei der Ermittlung der Einkünfte aus selbstständiger Arbeit wie Betriebsausgaben und bei der Ermittlung der Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit wie Werbungskosten. Der bisherige Abzug als außergewöhnliche Belastung entfällt. Foto: Kai-Uwe Heinrich

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