Verbraucher : an Wolfgang Wawro Steuerberater

Bausparzinsen steuerfrei?

an Wolfgang Wawro

Bei Abschluss eines weiteren Bausparvertrages erklärte uns der Berater, dass meine Frau und ich keinen Freistellungsauftrag erteilen müssen, da wir bereits wegen geringen Einkommens Anspruch auf eine Wohnungsbauprämie hätten. Stimmt das?

Pardon, es genügt nicht, wenn Sie einen Anspruch auf die Wohnungsbauprämie hätten. Die Bausparkasse kann nur dann ohne Freistellungsauftrag von einem Steuerabzug absehen, wenn im Kalenderjahr der Gutschrift der Kapitalerträge aus dem Bausparguthaben oder im Jahr davor eine Wohnungsbauprämie festgesetzt wurde. Es ist deshalb in Ihrem Fall durchaus möglich, auf einen Freistellungsauftrag zu verzichten.

Für den Fall, dass sich Ihr Einkommen über die Freigrenzen erhöht und der Prämienanspruch entfällt, sollten Sie trotzdem einen Freistellungsauftrag erteilen. Auch, falls andere Kapitalerträge (zum Beispiel Zinsen, Investmenterträge) vorliegen, wird die richtige Freistellung im Rahmen der Freibeträge sichergestellt, wenn die Freistellungsgrenzen genau beachtet werden. Wer es versäumt, den Antrag auf Wohnungsbauprämie zu stellen, verliert seinen Anspruch. Die Antragstellung genügt aber bis spätestens zum Ablauf des zweiten Kalenderjahres nach der Leistung der begünstigten Bausparbeiträge.

Die Befreiung vom Zinsabschlag bedeutet nicht zwingend, dass im Ergebnis auch keine Einkommensteuer anfällt. Für die nächste Zukunft wirkt sich die Verminderung der Sparerfreibeträge auf 1500 Euro für Eheleute (750 Euro für Alleinstehende) ungünstig aus. Dies gilt schon ab dem 1. Januar 2007, aber angedacht ist sogar der künftige Wegfall der Wohnungsbauprämie.

Gerade in den Zeiten der ständigen Veränderungen von Steuergesetzen und Fördermaßnahmen sollte man darauf achten, auf der sicheren Seite zu stehen. Deshalb kann es vernünftig sein, einen Freistellungsauftrag für die Bausparkasse auszufüllen und vorzulegen. Wenn Ihre Einkommensverhältnisse klar und beständig sind, können Sie aber für die Bausparzinsen auf eine Freistellungsbescheinigung auch verzichten.Foto: Kai-Uwe Heinrich

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