Verbraucher : Auf der Höhe des Herzens

Bluthochdruck ist das Hauptrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Selber messen ist wichtig – aber richtig muss man es machen

Corinna Visser

Jeder sollte wissen, wo er steht. Auch Kinder können unter zu hohem Blutdruck leiden, der dann behandelt werden muss. Mindestens drei Messungen beim Arzt sind Vorschrift, das jedenfalls raten die Experten beim Herz-Kreislauf-Telefon der Deutschen Hochdruckliga (DHL). Denn der Blutdruck unterliegt im Laufe des Tages größeren Schwankungen. Ist der Blutdruck zu hoch, muss er behandelt und kontrolliert werden. Neben den Messungen beim Arzt kann man auch regelmäßig zu Hause den Blutdruck überwachen.

Pro Jahr werden in Deutschland etwa 1,4 Millionen Blutdruckmesser verkauft, überwiegend Geräte für das Handgelenk. Die Stiftung Warentest hat eine Reihe von Messgeräten getestet. Fazit: „Insgesamt hat sich die Situation etwas verbessert“, sagt Carl- Friedrich Theill von der Stiftung Warentest. „Das gilt im Wesentlichen für den Komfort bei der Bedienung. Aber auch die Messgenauigkeit ist etwas besser geworden.“ Dennoch gelte: Die Geräte messen im günstigsten Fall nur in etwa 80 Prozent der Messungen präzise. Fehler von etwa zehn mmHg seien stets möglich, auch bei „guten Geräten“. Blutdruck wird in zwei Werten mit der Maßeinheit mmHg oder „Millimeter Quecksilbersäule” angegeben. Beim Kauf eines Selbstmessgeräts sollte man eine Vergleichsmessung mit einem Arztmessgerät vornehmen (gibt es auch in Apotheken). Vor dem Selbermessen erst einmal drei Minuten zur Ruhe kommen und das Handgelenk mit dem Messgerät in Herzhöhe halten – der Daumen sollte auf dem gegenüberliegendenden Schlüsselbein liegen.

Bluthochdruck (Hypertonie) liegt vor, wenn die Blutdruckwerte bei mehreren Messungen zu verschiedenen Tageszeiten dauerhaft über 140 zu 90 mmHg liegen (siehe Kasten). Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland haben nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga Bluthochdruck, wobei mehr als sechs Millionen dies nicht wissen. „Die Folgen eines länger bestehenden Bluthochdrucks sind Arterienverkalkung mit den entsprechenden Komplikationen wie Herzschwäche, Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen und andere Gefäßschäden“, heißt es bei der DHL. „Bluthochdruck ist der Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten, die häufigste Todesursache in Deutschland.“

Das beste Messgerät für das Handgelenk im Test: „Omron RX Genius“ (100 Euro, mit Computerschnittstelle). Dicht gefolgt von „Quelle Sanoquell“ für nur 30 Euro. Auch leistungsstark: „Hartmann Tensoval mobil“ und „Uebe Visomat handy IV“ zu je 40 Euro.

Das Herz-Kreislauf-Telefon der Deutschen Hochdruckliga erreichen Sie von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr unter Telefon: 062 21/47 48 00.

0 Kommentare

Neuester Kommentar