Verbraucher : Begrenzter Wärmefluss

Corinna Visser testet einen Heizhandschuh

Corinna Visser

DAS TESTURTEIL: 4 PUNKTE

0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

Seit ich vor mehr als 30 Jahren das Skifahren mit Schnürstiefeln und Zugbindung erlernt habe, hat es im Skisport ganz enorme technische Entwicklungen gegeben. Sie haben das Schwingen einfacher gemacht (Carver-Ski) und sorgen dafür, dass der Fahrer trocken und warm bleibt (Funktionskleidung). Aber eines blieb bisher ungelöst: das Problem der kalten Finger und Füße. Damit sollte jetzt Schluss sein. Es gibt inzwischen Skistiefel mit Heizung, und die Schweizer Firma Snowlife etwa produziert auch beheizbare Skihandschuhe.

Beim Auspacken hält man die Dinger allerdings eher für Teile eines Raumfahreranzuges, so voluminös und auch ein bisschen steif sind sie. Die Akkus, die den Handschuhen einheizen, sind ebenfalls hinderlich. Sie sind jeweils in einer aufgesetzten Tasche an der Oberseite der Handschuhe verstaut und fast so groß wie eine Schachtel Zigaretten. 150 Gramm wiegt einer der sehr gut verarbeiteten Gore- Tex-Handschuhe allein. Bestückt mit Akku sind es sogar 290 Gramm.

Nach mindestens zwölfstündigem Aufladen geht am Morgen beim Anschalten vor dem Einstieg in den Sessellift ein schöner warmer Strom durch die Finger des Handschuhs. Zudem sollen die von einem Mikroprozessor gesteuerten Heizelemente zusätzlich die Blutzirkulation stimulieren, verspricht der Hersteller. Da das Thermometer an diesem Morgen fünf Grad unter null anzeigt, halte ich Heizstufe zwei (45 Grad) für angebracht. Bis zu 70 Grad warm kann der Handschuh werden - doch dann hält der Akku „Super Max“ nur zwei Stunden. Viereinhalb Stunden sind es bei Stufe zwei, was für einen ausgefüllten Skitag immer noch zu wenig ist.

Im Laufe des Tages frage ich mich manchmal, ob noch Saft im Akku ist. Ich spüre den warmen Strom nicht mehr. Dann stehe ich in der Gondel und muss gestehen: „Meine Finger sind kalt.“ Prompt höre ich neben mir die sportliche Frau zu ihrem Begleiter sagen: „Mit Fäustlingen wäre ihr das nicht passiert.“ Recht hat sie. Bisher habe ich immer Fäustlinge getragen – was nicht sehr elegant ist. Aber die plumpen Dinger wärmen einfach besser als Fingerlinge. Ich werde erst von Fäustlingen auf beheizbare Fingerhandschuhe umsteigen, wenn die Akkus nur noch halb so groß sind, nur noch die Hälfte wiegen – und doppelt so lang durchhalten. Wer jedoch auf Fingerhandschuhe besteht, für den sind die beheizbaren Exemplare sicher eine sinnvolle Wahl (zum Beispiel bei Pro-Idee für 159 Euro, weitere Informationen unter der Telefonnummer: 0041 81 423 24 25 oder www.snowlife.ch).

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben