Verbraucher : Beschwingter aufstehen

Dagmar Rosenfeld

DAS TESTURTEIL: 7 Punkte (0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen)

testet einen Wecker

Die Schlummertaste am Wecker muss in der Hölle erfunden worden sein. Ein Folterinstrument, das die Qual des Aufstehens verlängert – und von dem man doch nicht die Finger lassen kann. Vielleicht hat deswegen der Himmel dem Menschen den Sleeptracker geschickt – eine Uhr, die weiß, wann der richtige Moment zum Wecken gekommen ist. Erfunden hat den Sleeptracker aber nicht der liebe Gott, sondern ein Amerikaner. Das Konzept: Der Sleeptracker macht sich die Tief- und Leichtschlafphasen des menschlichen Schlafzyklus zunutze.

Während es einem normalen Wecker herzlich egal ist, ob man zur einprogrammierten Weckzeit gerade in den tiefsten Tiefen des Tiefschlafs liegt, wartet der Sleeptracker, bis man in eine Leichtschlafphase wechselt und klingelt erst dann. Der Sleeptracker kann das, weil er die ganze Nacht hinweg unsere Bewegungen aufzeichnet, an denen er die Schlafphasen erkennt. „Der menschliche Körper muss sich im Schlaf regelmäßig drehen, so wie Buletten in der Pfanne gewendet werden müssen, damit sie nicht anbrennen“, hat der nette Mensch von der Sleeptracker-Hotline (0180-5370401) gesagt. Da habe ich nämlich angerufen, weil das Einstellen des Sleeptrackers ziemlich kompliziert ist.

Der Hotline-Mensch hat mir geduldig erklärt, dass man als Weckzeit die Uhrzeit einstellen muss, zu der man spätestens aufstehen will. Dann muss man ein Zeitfenster von 30 Minuten einprogrammieren, innerhalb dessen sich der Sleeptracker den optimalen Weckzeitpunkt sucht. Und dann muss man noch eingeben, zu welcher Zeit man ins Bett geht. Danach bin ich ganz schön müde gewesen.

Dass ich mir vor dem Einschlafen eine Uhr ums Handgelenk binden muss, daran habe ich mich erst gewöhnen müssen. Und der Mann auch – dem hab ich in der ersten Nacht aus Versehen im Dunkeln die Uhr gegen den Kopf gehauen. Ansonsten aber ist der Sleeptracker eine feine Sache. Allerdings ist er sehr teuer: 135 Euro plus zehn Euro Versandkosten (zu bestellen unter www.sleeptracker.de).

Der Mann hat gesagt, er würde so viel Geld nur für eine Uhr ausgeben, die auch tagsüber messen kann, wann man seine Hochleistungsphasen hat und wann man kurz vorm Wegdämmern ist. So etwas kann der Sleeptracker natürlich nicht. Dafür kann aber ich dem Mann genau sagen, wann er tagsüber droht, in einen plötzlichen Tiefschlaf zu fallen: Immer dann, wenn er die Spülmaschine ausräumen oder die Wäsche aufhängen soll.

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