Verbraucher : Besser fressen

Viele Tierbesitzer tappen in die Dosierungsfalle, weil sie von Anbietern falsch informiert werden – mit fatalen Folgen für junge Hunde

Daniel Rhee-Piening

Nass oder trocken? In Sachen Hundefutter fällt die Entscheidung bei immer mehr Tierbesitzern zugunsten des industriell gefertigten Trockenfutters aus. Es ist meist billiger, lässt sich auf Reisen leichter mitnehmen und der Napf ist nach dem Fressen auch noch schneller sauber zu bekommen. Rund fünf Millionen Hunde leben derzeit in deutschen Haushalten, etwa 900 Millionen Euro lassen sich die Hundebesitzer das Futter im Jahr kosten.

Die Produktauswahl ist riesig, die Preisunterschiede auch. Die Prüfung der Stiftung Warentest zeigt, dass der Griff zur falschen Tüte vor allem bei Hunden im zarten Welpenalter fatale Folgen haben kann. Der kleine Hund bekommt dann unter Umständen eine Überdosis Kalzium – mit dem Risiko gesundheitlicher Schäden beim Knochenwachstum. Vor allem bei Welpen großwüchsiger Rassen können Skelettschäden entstehen.

Die Stiftung Warentest hat 30 Trockenfutter untersucht. Im Test waren als „Alleinfutter“ deklarierte Produkte, also Futtermittel, die alles enthalten sollten, was ein Hund für die gesunde Ernährung braucht. Getestet wurden „Alleinfutter für ausgewachsene Hunde“ und „Alleinfutter für alle Hunde ohne Altersbeschränkung“ (siehe Tabelle). Testsieger in der ersten Gruppe und mit „sehr gut“ bewertet waren Fressnapf/Select Gold (Adult mit Rind), Royal Canin (Medium Adult) und Eukanuba (Adult Mittelgroße Rassen, normale Aktivität). In der Gruppe der Alleinfutter für alle Hunde ohne Altersbeschränkung erhielten sogar vier Produkte ein „sehr gut“: die Futter von Aldi Nord und Süd, Alnatura und Maximus, sowie Edeka/Domino und Rewe/ja!.

Explizit bemängeln die Warentester die irreführenden Deklarationen auf einer Reihe von Produkten. Unter den angeblich für alle Hunde geeigneten Futtermitteln fanden die Tester fünf Hundemahlzeiten, deren Zusammensetzung für Welpen ungeeignet ist. Ein Hinweis darauf fehlte aber auf der Verpackung. Daher bekamen die Produkte von dm, Markus Mühle, Plus, Schlecker und Yarrah Bio nur das Qualitätsurteil „mangelhaft“. Zwei von diesen Produkten weisen sogar explizit darauf hin, dass sie „vom Welpen bis zum Senior“ (Markus Mühle) und „auch für Welpenaufzucht bestens geeignet“ (Schlecker) sind. Dabei überschreitet die Kalziumaufnahme laut Stiftung Warentest die sichere Obergrenze für Welpen.

„Rufus“ von Aldi Nord hatte andere Probleme. Zwar ist das Futter auch für Welpen geeignet, hier bemängelten die Tester aber eine Unterversorgung mit Vitamin A und ein ungünstiges Verhältnis von Linol- zu alpha-Linolsäuren. Doch auch unter den Produkten, die „nur für ausgewachsene Hunde“ ausgewiesen sind, gab es zweimal die Note mangelhaft: für Frolic complete (mit Rind, Karotten und Getreide) und für Marengo (Classic-Genuss naturbelassenes Hundefutter). Fazit der Prüfer: Beide eignen sich nicht als Alleinfutter.

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