Verbraucher : Beutellos tadellos

Bernd Matthies

Das Testurteil: 9 Punkte (0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen)

testet einen Staubsauger Staubsauger werden immer billiger. Doch spätestens beim Kauf der ersten Ersatzbeutel schwant uns, dass das Geld wohl an anderer Stelle wieder hereingeholt wird. Staubbeutel sind ein komplexes Produkt, und sie leiden zudem unter einem Geburtsfehler: Ihre Poren verstopfen schnell, und so lässt die Saugkraft schon nach, wenn sie noch längst nicht voll sind. Doch längst gibt es beutellose Staubsauger ohne diese Macken, die Warentester bescheinigen ihnen hohe Qualität – warum also nicht umsteigen?

Die britische Firma Dyson (www.dyson.de) ist Erfinder und Marktführer dieser Technik. Reden wir Klartext: Was wir an Beutelkosten in ein paar Jahren sparen, geht für den Kauf vorab drauf. Das Spitzenmodell DC08 hat einen offiziellen Preis von 479 Euro, der allerdings nur selten gezahlt wird: Internetangebote liegen oft unter 300 Euro.

Wir packen diesen Sauger in der Variante „animal pro“ aus, die mit gleich zwei bürstenbewehrten Turbodüsen auf Hunde- und Katzenhaare losgeht. Das Design, nun ja – wie vom Raumschiff Orion übrig geblieben. Alles Plastik, das ist normal. Aber nicht normal ist, wie die einzelnen Teile wohldefiniert ineinander greifen und mit handfreundlichen Tasten leicht wieder gelöst werden können.

Wir haben den hundekontaminierten Teppich mit dem alten Gerät abgesaugt und lassen nun den Dyson nacharbeiten. Sein turbinenartiges, erträglich lautes Pfeifen vermittelt den Eindruck höchster Arbeitsfreude und rabiater Kraft, er zieht los und holt aus dem Teppich alsbald so viel Staub und Haare heraus, dass wir baff durch den transparenten Behälter linsen. Wo kommt das denn alles her? Nächster Versuch im Auto-Kofferraum mit der kleinen Turbodüse: dito. Die Parkettdüse für glatte Flächen ist ein weiteres Beispiel unerwarteter britischer Ingenieurkunst: Sie liegt auf dem Boden wie Schumachers Ferrari, und das durch einen trickreichen Mechanismus auch bei der Rückwärtsbewegung, wenn Normaldüsen schlurfend Nebenluft ziehen.

Irgendwann kommt dennoch der Moment, wo der gesammelte Müll in die Tonne muss, und da schwant uns der Nachteil der beutellosen Technik. Denn es ist natürlich einfacher und sauberer, eine Papiertüte wegzuwerfen, als einen Behälter auszukippen – ein wenig Übung erleichtert die Sache. Ein nicht ganz perfekt gelöstes Detail fällt noch auf: Das Netzkabel schnurrt nach der Arbeit nur unwillig ins Gehäuse zurück.

Peanuts. Wir haben noch zwei andere Staubsauger unterschiedlicher Bauart im Haus. Niemand hat sie mehr angefasst, seit der Dyson da ist.

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