Verbraucher : Bitte nicht blinzeln

Sonnenbrillen schützen die Netzhaut vor schädlichen UV-Strahlen. Sie sorgen aber auch dafür, dass wir uns wohler fühlen

Corinna Visser

Brillen sind eher lästig. Kaum jemand trägt sie gern. Bei Sonnenbrillen ist das anders: Im Sommer sind die dunklen Gläser mit stylischem Gestell ein modisches Muss. Eine medizinische Notwendigkeit sind sie dagegen nicht immer. „In Australien braucht man eine Sonnenbrille, in Mitteleuropa eher nicht“, sagt Dieter Friedburg vom Berufsverband der Augenärzte. Dennoch sei es oft schöner mit, sagt er. „Beim Tragen einer Sonnenbrille geht es eher um den Wellness-Faktor, weil man sich nicht wohl fühlt, wenn man geblendet wird.“ Anders sieht es jedoch an hellen Stränden oder in den Höhenlagen von Gebirgen aus. Hier kann die Reflexion des Lichtes die Belastung durch schädliche UV-Strahlen erhöhen.

Die gute Nachricht ist: Wer sich vor der schädlichen ultravioletten Strahlung schützen will, muss nicht viel Geld ausgeben. Die Stiftung Warentest hat 17 Sonnenbrillen der Kategorie3 (siehe Kasten) getestet. Ergebnis: Eine „gute“ Sonnenbrille gibt es bereits ab acht Euro. „Beim Thema UV-Schutz hat es keine Ausfälle gegeben“, sagt Heike Dieckmann von der Stiftung Warentest. Für die Brille von H&M gab es jedoch ein „mangelhaft“: Hier stimmte die angegebene Filterkategorie nicht.

Auch die billigen Kunststoffbrillen, die man am Straßenrand bei fliegenden Händlern kaufen kann, bieten meist einen Schutz gegen schädliche UV-Strahlung. Das liegt schon am Material. „Im Kunststoff sind in der Regel UV-Blocker enthalten, sonst würde die Brille schnell zerbröseln oder sich gelb färben“, sagt Augenarzt Friedburg.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte beim Kauf der Brille auf das CE-Zeichen schauen. Denn das besagt, dass die in der EU vorgegebenen Mindestsicherheitsstandards eingehalten wurden. Aber UV-Schutz ist nicht alles, schließlich will man durch die Brille auch noch gut sehen.

Die Brillen müssen „optisch neutral“ sein, das heißt, farbechtes und unverzerrtes Sehen ermöglichen. Um das zu testen, hat die Stiftung Warentest einige Tipps:

Brille kurz tragen und in die Ferne sehen. Das Bild darf nicht verschwimmen, glatte Kanten dürfen keine Dellen haben.

Brille kurz tragen, dann lesen: Sind die Buchstaben klar und deutlich zu sehen?

Auf kariertem und liniertem Papier den Blick schweifen lassen. Die Linien müssen gerade verlaufen.

Auf farbiges Papier schauen: Ist der Farbeindruck gleichmäßig oder gibt es Flecken?

Erkennen Sie die Ampelfarben oder nur die Position des Lichts?

Autofahrer müssen besonders darauf achten, dass sie nicht die falsche Brille tragen. „Autofahrer sollten eine Brille mit möglichst neutraler Färbung wählen“, rät Friedburg. Grau und Braun seien weitgehend neutral. Gefährlich sei es dagegen, im Auto die gelb gefärbte Sonnenbrille vom Skiurlaub aufzusetzen. Die gelbe Färbung verstärkt im monochromen Schnee die Kontraste. Die blauen Schatten werden dunkler. „In anderen Umgebungen sieht man aber die Kontraste schlechter – ohne es zu merken“, sagt Friedburg.

Zwar schnitten im Test auch billige Brillen aus dem Kaufhaus mit „gut“ ab. Dennoch rät Dieckmann von Warentest, auch die Sonnenbrille lieber beim Optiker zu kaufen. Denn schließlich soll die Brille nicht nur schützen und gut aussehen, sondern auch bequem sitzen. Der Optiker passt die Brille an, damit sie nicht drückt.

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