Butter im Test : Jede vierte ist mangelhaft

Über den Preis von Butter wurde im letzten Sommer viel gesprochen - über ihre Qualität nicht. Dabei wäre das durchaus sinnvoll, wie eine eine Untersuchung der Stiftung Warentest gezeigt hat: Zu viele oder zu wenige Bakterien – beides sollte nicht sein, kommt aber immer wieder vor.

Yasmin El-Sharif
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6,5 Kilo Butter isst der Deutsche durchschnittlich pro Jahr. -Foto: dpa

Das Thema Butter sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. Zuletzt ging es vor allem um ihren Preis: Nachdem dieser für ein Päckchen im vergangenen Sommer binnen eines Monats um 50 Prozent auf durchschnittlich 1,20 Euro hochgeschnellt war, kostet Butter inzwischen wieder in etwa so viel wie in der Zeit davor. Nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle waren es zuletzt im Schnitt 87 Cent. Wie sich der Preis künftig entwickeln wird, ist derzeit noch offen. Aufschluss darüber geben könnte die Konferenz der Länderminister am 20. Oktober, auf der es um die Preise für Molkereiprodukte gehen soll.

Anders als über die Preisentwicklung ist über die Qualität von Butter in den vergangenen Monaten deutlich weniger diskutiert worden. Dabei gibt es allen Grund dazu, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben hat. 35 ungesalzene Buttermarken hat das Prüfinstitut getestet, darunter mildgesäuerte sowie Süß- und Sauerrahmbutter sowie ein laktosefreies Produkt. Das Ergebnis ist zweigeteilt: Zwar gab es 20-mal ein „gutes“ Testurteil. Am anderen Ende der Skala stehen aber auch acht „mangelhafte“ Sorten, darunter vier Bio-Produkte.

Zu viele oder zu wenige Keime

Die Abwertung erklären die Tester damit, dass sie entweder zu viele oder zu wenige Keime in den Produkten fanden. So führte eine zu hohe Anzahl unerwünschter Darmbakterien (coliforme Keime) fünfmal zu einem „Mangelhaft“ (Aldi Nord, Aldi Süd, Greenfields, Plus und Schrozberg). Zwar sollen diese Keime nur in Ausnahmefällen gesundheitsschädlich sein, sie weisen aber auf mangelnde Hygiene hin, kritisieren die Tester.

Drei Sorten Bio-Sauerrahmbutter fielen negativ auf, weil sie wiederum zu wenig Milchsäurebakterien aufwiesen. Diese sind bei der Herstellung von Sauerrahmbutter aber notwendig. Die Tester bestraften diesen Mangel deshalb ebenfalls mit dreimal „Mangelhaft“.

Selbst die Spitzenreiter waren nie "optimal"

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert deshalb bessere Qualitätssiegel. Die Aussagekraft „Deutsche Markenbutter“ sei zu gering, kritisierte ein Foodwatch-Sprecher. Diese Bezeichnung dürfen nur Molkereien verwenden, deren Produkte monatlich von amtlichen Stellen überwacht werden. Kontrolliert werden sensorische Eigenschaften, Wasserverteilung, Streichfähigkeit und der pH-Wert. Foodwatch geht das nicht weit genug. Der Sprecher schlug vor, künftig auch Hygiene bei der Qualitätsbewertung zu berücksichtigen.

Aber selbst die Spitzenreiter im Test waren nie „optimal“, meinen die Prüfer. Aussehen, Geruch, Geschmack und Textur seien „nicht gänzlich fehlerfrei“ gewesen. Immerhin zeigten sich 22 Produkte sensorisch „gut“, der Rest „befriedigend“. Im besten Fall bemängelten die Experten nur den „ganz leicht faden“ Geschmack. Im schlechtesten Fall kritisierten sie ihn als „nicht aromatisch sowie leicht alt und kratzend“, zusätzlich zu anderen Fehlern.

Unter den „guten“ mildgesäuerten Marken zeigten sich Berchtesgadener Land (1,44 Euro) und die preiswertere „Sachsenmilch Die Gute“ (0,98 Euro) als Beste. Liebhaber von Süßrahmbutter treffen mit der Bio-Butter von Alnatura (1,79 Euro) und der „Bio-Bio“ vom Discounter Plus (1,65 Euro) eine gute Wahl. Bei der Sauerrahmbutter liegt die relativ teure Bio-Butter von Söbbeke (2,19 Euro) vorn. 

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