Camcorder im Test : Kameras mit Hörfehlern

Alle Geräte schwächeln beim Ton. Hochauflösende Modelle im HD-Format sind die mit Abstand besseren.

Yasmin El-Sharif

Kurz vor Weihnachten stehen Cam corder wieder hoch im Kurs. Mehr als 300 000 Haushalte wollen sich in den kommenden Monaten eine solche Kamera mit hochauflösenden Aufnahmen kaufen, ergab eine aktuelle Umfrage des Branchenverbandes Bitkom. Doch wer sich unvorbereitet auf die Suche begibt, wird es schwer haben. Nicht nur, weil man zwischen dem Speicherformat Festplatte, Festspeicher, DVD oder Mini-DV wählen muss. Auch bei der Qualität der Aufnahmen variieren die Modelle. Einige speichern hochauflösende (HD) Videos, andere nehmen nur in Standardauflösung (SD) auf. Und nicht zuletzt gibt es bei den Preisen enorme Spannen.

Die Stiftung Warentest hat exemplarisch 18 Modelle aus all diesen Gruppen getestet, darunter sieben, die hochauflösende Aufnahmen machen. „Die Unterschiede in der Videoqualität sind bemerkenswert groß“, urteilen die Prüfer. Fast alle HD-Geräte bieten mit Abstand bessere Videos, sind dafür aber auch sehr viel teurer. So kostet der Testsieger, das HD-Festspeicher gerät Canon HF10E, 1050 Euro. Der beste SD-Cam corder FS10E, ebenfalls von Canon und mit Festspeicher, ist mit 460 Euro viel günstiger. Seine Bildqualität könnte aber etwas besser sein. „Gute“ Videoqualität liefert in der SD-Klasse als Einziger ein DVD-Camcorder von Canon, der DC330E, für 415 Euro.

Dass nur ein Gerät in der Gesamtbewertung ein „gutes“ Urteil bekam, liegt vor allem am dürftigen Ton der Camcorder. Je kompakter die kleinen Kameras werden, desto mehr neigen sie dazu, Störgeräusche von Laufwerk, Zoommotor, Autofokus oder Bedienelementen aufzunehmen. Der Grund dafür ist, dass bei den Minigeräten Mikrofon und Antrieb nah beieinanderliegen. So konnte auch kein einziger Camcorder mit „gutem“ Ton überzeugen. Einige wurden wegen ihrer schlechten Ergebnisse abgewertet. Und das wirke sich negativ auf das Gesamturteil aus, erläutert die Stiftung Warentest.

Die Tester warnen davor, dass Hersteller günstigerer Modelle den Kunden mit Megaleistungen locken, etwa mit einem bis zu 40-fachem Zoom. Doch ein größerer Zoomfaktor bedeutet nicht gleich bessere Bildqualität. Oft liefern die Kameras im hohen Zoombereich sogar verwackelte Videos. Teurere Geräte beschränken ihren Zoom aus Qualitätsgründen in der Regel auf das 5- bis 15-Fache, was sich positiv auswirkt. Yasmin El-Sharif

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