Daten-Roaming : EU setzt Mobilfunk-Anbieter unter Druck

Die EU-Kommission will dafür sorgen, dass die mobile Datenübertragung demnächst billiger wird. Medienkommissarin Viviane Reding hat den Unternehmen jetzt ein Ultimatum gestellt.

BarcelonaEU-Medienkommissarin Viviane Reding will nach der Verbilligung von Handy-Telefonaten im europäischen Ausland nun auch das Daten-Roaming günstiger machen und hat den Mobilfunk-Anbietern ein Ultimatum gestellt. Die Unternehmen sollen bis zum 1. Juli dieses Jahres Zeit haben, ihre Roaming-Preise für die Datenübertragung zu senken, sagte Reding am Montag auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona. "Datenversand im Ausland sollte für die Verbraucher nicht wesentlich teurer sein als zu Hause." Andernfalls werde die EU eingreifen. "Wir stehen bereit für die Regulierung."

Reding griff vor allem die Intransparenz der bisherigen Preise an. Kunden wüssten beim Surfen im Internet im Ausland oft nicht, was für eine Rechnung auf sie zukomme. "Die Preise müssen klar sein", so die Kommissarin. Auch die drastischen Preisunterschiede bezeichnete sie als nicht nachvollziehbar. Die Spannweite liegt derzeit zwischen 0,25 Euro und 7,00 Euro für ein Megabyte.

25 Cent als Richtgröße für ein Megabyte

Eine Gruppe von Mobilfunk-Anbietern um die niederländische KPN-Gruppe hatte kürzlich ihre Tarife für das mobile Internet gesenkt und den Großhandelspreis für den mobilen Datenaustausch innerhalb Europas auf 0,25 Euro pro Megabyte (MB) reduziert. Dies halte sie für eine vernünftige Richtgröße, sagte Reding. KPN ist in Deutschland über die Tochter E-Plus vertreten.

Sie hoffe darauf, dass jeder Mobilfunkanbieter bis zum 1. Juli wenigstens ein Datenpaket im Angebot habe, das im Ausland gegen einen einmaligen Aufpreis das mobile Surfen im Internet zu annähernd gleichen Preisen ermögliche wie zu Hause, sagte die EU-Kommissarin weiter. "Ich habe mich hier in Barcelona mit einigen Vorstandschefs getroffen und gesagt, dass sie bis zum 1. Juli freiwillig zu einer Preissenkung kommen sollen." Jetzt liege der Ball bei den Unternehmen.

Die Europäische Kommission dringt seit längerem auf eine deutliche Absenkung der Tarife für Handy-Gespräche innerhalb der EU. Im vergangenen Jahr hatte Reding bei den Mobilfunkkonzernen bereits eine deutliche Reduzierung der Preise für mobile Sprach-Telefonate in der EU durchgesetzt. (nim/dpa)

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