Verbraucher : Debitel

Bernhard Schulz

Urlaub im ausländischen Ferienhaus – ohne Internetanschluss? Dafür gibt es doch, und gab es auch im August 2008, Internet-Sticks. Der Verkäufer im Elektronikmarkt empfahl das Angebot von Debitel: eine Flatrate in Deutschland für 34,95 Euro, bei Benutzung im Ausland zusätzlich 14,95 Euro pro 24 Stunden. Doch bereits nach fünf „Sitzungen“ – erwartete Kosten mithin 75 Euro – kam eine Rechnung von rund 1200 Euro. Dazu die Sperre aller SIM-Karten desselben Anbieters, obwohl diese auf eigenen, seit Jahren laufenden Verträgen beruhen! Der vermeintliche Elektronikmarkt-Verkäufer hatte falsche Versprechungen gemacht. Tatsächlich jedoch handelte es sich um einen „Promoter“, der „für Vodafone tätig ist, deren Produkt wiederum Gegenstand des Debitel-Vertrages ist“, wie der Elektronikmarkt dem mittlerweile eingeschalteten Anwalt mitteilte.

Verworrene Geschichte? In der Tat. Und offenbar das Geschäftsmodell eines Providers, der horrend teure Leistungen an einen Kunden verkauft, von dem er weiß, dass dieser etwas anderes erwartet hatte.

Unterdessen wuchs die Rechnung durch – offenkundig als Abschreckung gedachte – „Mahngebühren“ auf 1900 Euro an. Nachdem sich Debitel beharrlich weigerte, einen Vergleich zu akzeptieren und die Forderung einem Inkasso-Büro übereignet hat, ist der Rechtsstreit weiterhin anhängig. 1900 Euro für fünf Internet-Sessions – ein solcher „Vertrag“ kann nicht anders als „grob sittenwidrig“ genannt werden. Bernhard Schulz

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