Verbraucher : Der Dreh für gutes Eis

Bernd Matthies

Das Testurteil: 7 Punkte

0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

testet eine Gelateria Eis ist längst kein Saisonartikel mehr. Wir lieben es im Sommer wie im Winter. Aber der Überdruss an konfektionierter Fabrikware und den nicht weniger konfektionierten Produkten der meisten Eisdielen ist groß. Man müsste selbst welches machen, stöhnen wir – und tun’s dann doch nicht. Der Dreh für gutes Eis: Es muss beim Frieren gerührt werden, damit es geschmeidig bleibt und keine Kristalle bildet. Das können teure Profimaschinen; für zu Hause gibt es billige Geräte mit einem Salzwassertank, der 24 Stunden lang vorgekühlt werden muss. Das ist nervig, und die Eislust verfliegt alsbald.

Elektrische Kühlung muss also sein, und die raren bezahlbaren Kompressorgeräte für den Haushalt kommen sämtlich aus dem eisverrückten Italien. Die Miniaturisierung dieser Technik hat Grenzen: Die „Gelateria“ von Gaggia ist ein Trumm von Brotkastengröße und wiegt knapp 14 Kilo.

Eisfans nehmen das hin. Wir fangen mit der schwersten Disziplin an, der Herstellung von Fruchtsorbets aus Fruchtsaft oder Fruchtpüree und Zuckersirup. Maschine fünf Minuten vorkühlen, verlangt die Anleitung, dann rein mit dem Eis, maximal 600 Milliliter, Rührwerk an und Zeitschaltuhr bis zum Anschlag. Als die Schaltuhr mit vernehmlichem „Pling“ am Ende ist, schwappt drinnen im Behälter immer noch Johannisbeersaft. Uns schwant, dass fünf Minuten Vorkühlung doch zu wenig sind, und dass wir besser den Rat beherzigt hätten, auch die Grundmasse richtig vorzukühlen. Noch ein Turnus, aha, es friert. Nach fast einer Stunde ist das Sorbet wunderbar geschmeidig, aber gerade eben fest – es braucht unbedingt noch eine Stunde in der Kühltruhe bis zur Perfektion. Ist die Maschine kalt, läuft alles viel schneller. Grundsätzlich gilt aber: Sorbets ohne Sahne, Milch oder andere Bindung werden in der Gelateria gerade eben fest.

Anders sieht die Sache bei Milch- oder Sahneeis aus. Die Grundmasse aus aufgeschlagenem und erhitztem Ei sowie Milch und Zucker muss auch erst auf Kühlschranktemperatur gebracht werden, aber dann wird in der Gelateria ein sahniges Vanille-, Nuss- oder Schokoladeneis draus, das sich mit den Produkten der besseren Restaurants messen kann.

Die Gelateria ist einfach zu handhaben, leicht zu reinigen, und sie macht ihren Job anständig und recht leise. Eisfreaks müssen sie also haben, koste es …Ah ja. Im Internet ist sie ab etwa 370 Euro zu haben. Das ist der Spaß wert.

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