Verbraucher : Die Checkliste für Ihren Urlaub

Zum Abhaken: Die wichtigsten Versicherungen, das sicherste Reisegeld, der beste Schutz für das Auto

Alexander Visser

Wer mit dem Auto in die Sonne will, sollte die Inspektion nicht länger vor sich her schieben. Sonst droht die Panne unter Palmen. Nicht nur deutsche Verkehrsjuristen denken sich gerne neue Vorschriften aus, daher sollte man sich schon zu Hause über die Verkehrsvorschriften im Urlaubsland informieren. Beispiel Italien: Wer weiß schon, dass Autoinsassen dort seit neuestem eine Warnweste brauchen. Wer ohne sie auf einer Land- oder Schnellstraße erwischt wird, etwa wegen einer Panne, muss über 30 Euro zahlen. Warnwesten gibt es schon ab rund zehn Euro an Tankstellen oder beim ADAC. Die grüne Versicherungskarte brauchen Autofahrer im EU-Ausland im Prinzip nicht mehr. Dennoch sollte sie jeder Autofahrer dabei haben, das erleichtert die Formalitäten bei einem Unfall. Die Kosten eines Crashs oder einer Panne können durch den Kfz-Schutzbrief begrenzt werden. Der Versicherer organisiert und bezahlt dann den Abschleppdienst, den Mietwagen oder etwaige Hotelkosten. Wer einen Mietwagen nimmt, sollte über eine so genannte Mallorca-Police nachdenken. Vor allem in südeuropäischen Ländern gelten für Mietfahrzeuge oft niedrige Deckungssummen. Gehen die Ansprüche eines Geschädigten darüber hinaus, ist die Police sehr nützlich. Nicht jeder Autofahrer braucht sie, denn in manchen Kfz-Haftpflichtversicherungen ist sie bereits eingeschlossen.

Nicht vergessen sollte man, Freunden und Verwandten die Urlaubsadresse zu hinterlassen, um bei Notfällen erreichbar zu sein. Kontakt nach Hause lässt sich am besten per Mobiltelefon halten. Aber das kann teuer werden. Daher sollte sich jeder Handykunde vorab informieren, welcher Anbieter im Urlaubsland die günstigsten Roaming-Gebühren erhebt. Die Mailbox bleibt übrigens am besten aus, denn die wird im Ausland oft zur Kostenfalle. Wer kein Handy mitnimmt, sollte sich vorab über günstige Telefonverbindungen informieren. Um die Blumen kann sich nicht nur der Nachbar, sondern auch ein professioneller Haushüter kümmern (siehe Kasten rechts). Damit sich der Tagesspiegel nicht im Treppenhaus stapelt, sollte er rechtzeitig abbestellt oder umdirigiert werden.

Eine gute Versicherung ist viel wert, aber gar nicht erst krank zu werden ist noch viel besser. Wer in die Ferne reist, sollte daher rechtzeitig einen Arzt nach empfohlenen Schutzimpfungen fragen, die oft Wochen vorher erfolgen sollte. Die Impfzentren informieren auch über Gesundheitsgefahren, die im Essen lauern können. Gut für Europa-Reisende: Mit der Erweiterung der EU um zehn neue Staaten im Mai gilt auch für diese Länder zwischen Estland und Malta der Schutz der gesetzlichen Krankenkassen. Auch dann gilt: Krankheitskosten werden nur bis zur in Deutschland üblichen Höhe übernommen. Für alle weiteren Länder sieht die deutsche Krankenkasse keine Leistungen vor. Reisende müssen im Krankheitsfall auch sehr hohe Behandlungskosten selbst tragen. Deswegen ist die private Auslandsreise-Krankenversicherung ein Muss. Die deckt nicht nur Behandlungen ab, sondern auch Krankentransporte nach Deutschland. „Auch privat Versicherte sollten über einen Zusatzschutz nachdenken“, empfiehlt Klaus Brandenstein vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. „So können mögliche Selbstbehalte aufgefangen werden.“ Die Zeitschrift Finanztest hat den Markt geprüft: „Jahresverträge gibt es schon ab fünf Euro“, heißt es im Juniheft. Für die ganze Familie gibt es den Schutz ab 15 Euro. Eine Ausgabe, bei der man nicht sparen sollte.

Einen Reisepass brauchen Reisende nur noch außerhalb der EU. Dort sollte man aber auch darauf achten, dass er noch mindestens sechs Monate gültig ist. Die Ausstellung eines Visums kann mehrere Wochen dauern. Seit dem 1. Januar 2002 entfällt der lästige Geldumtausch in der Eurozone. Aber nicht vergessen: Nur elf von 25 EU-Ländern zahlen auch mit der Gemeinschaftswährung. Für die meisten anderen europäischen Länder lohnt es sich meist, schon zu Hause Geld zu tauschen. Alternativ kann man mit der Maestro- (EC-) Karte europaweit Bargeld am Automaten ziehen. Das ist in jedem Fall billiger als mit der Kreditkarte. Die ist jedoch ein praktisches Zahlungsmittel in Shops oder Hotels. Reiseschecks sind etwas umständlicher, dafür aber durch Ihre doppelte Unterschrift (beim Kauf und beim Einlösen) gesichert. Sie werden im Verlustfall schnell ersetzt.

Die Reisegepäckversicherung schützt europa- oder weltweit vor finanziellem Schaden durch Verlust, Zerstörung und Beschädigung aller Taschen und Koffer unterwegs. Meistens werden für Reisegepäckversicherungen bestimmte Versicherungssummen festgelegt. Nach dieser Summe richtet sich der Preis. Für Wertsachen wie Foto, Video oder Schmuck gilt: Diese Gegenstände sind oft nur bis zu einer bestimmten Prozentzahl der Gesamtversicherungssumme versichert. Außerdem gibt es für die Aufbewahrung und das Tragen von Wertgegenständen besondere Auflagen. Zum Beispiel ist das mitgeführte Surfboard während des Transportes zum Urlaubsort versichert, nicht aber, wenn es auf der Piste drauf- geht.

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