Verbraucher : Die wichtigsten Änderungen für die gesetzliche und private Vorsorge

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Mit der Besteuerung von Alterseinkünften setzt die rotgrüne Bundesregierung ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes

vom März 2002 um. Die Verfassungsrichter hatten die steuerliche Ungleichbehandlung von gesetzlichen Renten und Pensionen bemängelt. Deshalb werden künftig auch die Renten wie die Pensionen nachgelagert, also bei ihrer Auszahlung besteuert. Bis der Übergang abgeschlossen ist, vergehen jedoch 35 Jahre. Ein Großteil der heutigen Rentner ist von den Veränderungen, die im Januar 2005 in Kraft treten, nicht betroffen. Beitragszahler

werden dagegen entlastet.

Mit dem Gesetz werden auch die steuerliche Förderung von

Lebensversicherungen und Betriebsrenten sowie Regeln für die Riester- Rente verändert.

SONDERAUSGABENABZUG

Von den Gesamtbeiträgen zur

gesetzlichen Rentenversicherung soll zunächst ein Anteil von 60 Prozent von der Besteuerung freigestellt werden, maximal 12 000 Euro. Die Freistellung und die damit verbundene Entlastung der Beitragszahler steigt dann bis

2025 jährlich um zwei Punkte auf 100 Prozent. Entsprechend wächst auch das maximal als Sonderausgaben zu berücksichtigende Volumen auf 20 000 Euro.

Beiträge zu Gunsten einer privaten Leibrentenversicherung (Rürup-Rente) werden nur dann gefördert, wenn die Versicherung folgende Voraussetzung erfüllt: Die Anwartschaften dürfen nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sein. Außerdem darf die Rente frühestens mit 60 ausgezahlt werden.

ERTRAGSBESTEUERUNG

Auszahlungen der gesetzlichen Rente unterliegen von 2005 an zunächst zu 50 Prozent einer Besteuerung; die volle Besteuerung trifft erst die Rentnerjahrgänge, die 2040 in den Ruhestand gehen. Einbußen kommen auf besser situierte Ruheständler zu, die neben der gesetzlichen Rente weitere Einkünfte haben. Denn die

Steuerzahlung beginnt für Alleinstehende erst ab jährlich 18 900 Euro, wenn es keine anderen Einkünfte gibt.

LEBENSVERSICHERUNGEN

Bisher mindern nicht nur Beiträge für die Lebensversicherung das zu versteuernde Einkommen. Auch Erträge sind steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens über zwölf Jahre läuft. Dieses „Steuerprivileg“ soll bei Neuverträgen nach 2005 abgebaut werden. Dann müssen die Gewinne zur Hälfte versteuert werden, wenn die Policen mindestens zwölf Jahre lang laufen und die Auszahlung nicht vor dem 60. Lebensjahr erfolgt. Andernfalls müssen die Gewinne voll versteuert werden.

RIESTER-RENTE

Für die private Altersvorsorge mit der staatlich geförderten Riester-Rente werden ab 2006 künftig einheitliche Tarife

für Männer und Frauen vorgeschrieben. Zudem wird das Verfahren, mit dem man die staatlichen Zulagen beantragt, vereinfacht. Ab 2005 reicht nur noch ein Antrag aus, der nicht mehr jedes Jahr erneuert werden muss.

BETRIEBSRENTEN

Für die steuerfreie Umwandlung von Lohnanteilen in

Beiträge zur betrieblichen Vorsorge gilt derzeit eine Obergrenze von 2472 Euro. Beiträge vom Arbeitgeber für Direktversicherungen und

Pensionskassen können zudem bis zu 1752 Euro im Jahr pauschal mit 20 Prozent versteuert werden. Das fällt künftig weg. Dafür wird die Entgeltumwandlung um 1800 Euro auf 4270 Euro aufgestockt.

FREIBETRÄGE

Der Altersentlastungsbetrag für Arbeitnehmer und der Versorgungsfreibetrag für Beamte werden schrittweise bis zum Jahr 2040 abgeschmolzen. hej

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