Dieselfahrzeuge : Schlampige Prüfungen für Rußfilter

"Unbrauchbar" und "grottenfalsch", so das Urteil eines Schweizer Ingenieurbüros zu dem deutschen Prüfsystem für Diesel-Rußfilter. Die Aussage heizt den Streit über die Schuld am zwangsweisen Rückruf tausender bereits verbauter Filtersysteme weiter an.

Rußfilter
Wirksam oder nicht? Der Streit um den Rückzug tausender Rußfilter eskaliert. -Foto: ddp

Im Skandal um unwirksame Rußfilter für Dieselautos hat das Schweizer Ingenieurbüro TTM die deutschen Vorschriften zur Prüfung von Rußfiltersystemen bei Autos als unzureichend kritisiert. Die Vorgaben seien "unbrauchbar und grottenfalsch", zitierte die "Zeit" vorab den Schweizer Ingenieur Andreas Mayer von TTM. Sein Testlabor hatte einem Drittel der in Deutschland steuerlich geförderten Rußfilter zum Nachrüsten für ältere Dieselfahrzeuge bereits im November 2006 weitgehende Wirkungslosigkeit bescheinigt. Dabei hatte TTM sogar festgestellt, dass einige Systeme zusätzliche Schadstoffe wie Stickoxide erzeugten.

Um die Daten war anschließend Streit entbrannt: Das Bundesumweltministerium hielt sie für unzuverlässig, da die Prüfvorschriften nicht eingehalten worden seien, und verweigerte die Weitergabe oder Veröffentlichung. In der Folge wurden weiter zehntausende wirkungslose Rußfilter in Autos eingebaut, damit diese in die ab Januar in vielen Städten geltenden Umweltzonen fahren können. Erst nach weiteren Tests teilte das Umweltministerium dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) von den negativen Testergebnissen mit, das KBA entzog daraufhin für einige Filter die Allgemeine Betriebserlaubnis.

Mayer wies in der "Zeit" das Argument zurück, falsch geprüft zu haben. Ob ein System grundsätzlich funktioniere, lasse sich leicht feststellen. "Schauen Sie in ein Auspuffrohr. Ist es metallisch blank, tut der Filter seinen Dienst. Sonst nicht." Auch für die Techniker bei Volkswagen sei die deutsche Prüfvorschrift lediglich "eine Basis", sagte ein VW-Sprecher der Wochenzeitung. Der Wolfsburger Autokonzern teste seine Filter nach ähnlichen Standards wie die Schweizer Firma TTM, und gehe sogar darüber hinaus. (mac/AFP)

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