Verbraucher : Dolce Vita daheim

Auch in der eigenen Küche muss man auf italienischen Kaffeegenuss nicht verzichten – manche Modelle erfordern etwas Übung

Corinna Visser

Etwa 150 Liter Kaffee pro Kopf trinken die Deutschen in einem Jahr – immer öfter als Espresso, Cappuccino oder Latte macchiato. Auch zu Hause möchten viele auf den italienischen Geschmack nicht verzichten und ihr eigener Barista werden. Barista – das ist die Frau oder der Mann an der Espressomaschine. Vom Können des Barista hängt ab, ob der Espresso tatsächlich ein Genuss wird. Er entscheidet über den Mahlgrad des Röstkaffees und die Dosierung des Kaffeemehls. Sein Fingerspitzengefühl bestimmt, wann die Milch richtig geschäumt und temperiert ist.

Die Stiftung Warentest hat Espressomaschinen getestet, Spitzenespresso lieferten nur zwei Geräte: der Vollautomat von Jura (1000 Euro) und das Siebträgermodell von Saeco (269 Euro). Gut, günstig und einfach zu bedienen, lautete das Urteil für das Modell „EA 130 Crema“ von AEG (119 Euro). Wer besonderen Wert auf guten Milchschaum legt, dem wird der Vollautomat von AEG (800 Euro) empfohlen. Einzig „gutes“ Kapselgerät im Test: Krups „Nespresso Essenza XN 2005“.

Wer das Beste aus der Bohne herausholen will, kommt um ein Siebträgergerät nicht herum. Hier wird der Kaffee noch von Hand gemacht. Das erfordert ein bisschen Übung – und nach jeder Tasse muss man alles wieder sauber machen. Doch die Mühe lohnt sich, sagen die Verkoster der Stiftung Warentest: Espresso aus dem Siebträger ist mit etwa 20 Cent pro Tasse nicht nur deutlich billiger als Espresso aus der Kapsel. Er schmeckt oft auch besser.

Die Alternative zum Siebträgergerät sind Kapselmaschinen. Sie sind ideal, wenn es schnell und bequem gehen soll – oder wenn Fingerfertigkeit und Geduld fehlen. Das Pulver steckt portionsweise in einer Aluminium- oder Kunststoffkapsel. Die Kapsel wird in die Maschine gesteckt und landet nach dem Brühen meist automatisch in einem eingebauten Magazin. Die Kapseln gibt es abgestimmt auf verschiedene Geräte-Typen entweder vom Marktführer Nespresso (im Test: die Maschinen von Krups und Siemens) oder auch von Tchibo (Cafissimo). Bei beiden Systemen liegt der Preis pro Tasse deutlich über dem von Siebträgergeräten: Bei Tchibo kostet die Portion je nach Sorte zwischen 20 und 30 Cent, bei Nespresso zwischen 31 und 33 Cent. Die Testtrinker mochten allerdings den Espresso aus den Nespressomaschinen etwas lieber. Nachteil der Kapselsysteme: Sie produzieren Tasse für Tasse viel Müll.

Ohne Handarbeit oder Kapseln kommen Espresso-Vollautomaten aus. Wie der Name sagt, läuft hier alles automatisch: vom Mahlen über das Brühen des Kaffees bis zum Reinigen der Maschine. Die Anschaffungspreise betragen allerdings ein Vielfaches von dem, was man für ein Siebträger- oder Kapselgerät investieren muss.

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