Düsseldorfer Tabelle : Weniger Geld für Minderjährige

NEUE REGELSÄTZE

Erstmals in Deutschland steht minderjährigen Kindern weniger Unterhalt zu. Die Mindestsätze sinken vom 1. Juli an um etwa ein Prozent. „So etwas hat es noch nie gegeben“, sagte Familienrichter Jürgen Soyka vom Oberlandesgericht Düsseldorf bei der Vorstellung der bundesweit geltenden neuen „Düsseldorfer Tabelle“. Ursache sei der Rückgang der Nettolöhne, die der Berechnung zugrunde liegen. „Wenn die Eltern weniger Einkommen haben, müssen sie irgendwo kürzen, und dann sind

auch die Kinder betroffen“, sagte Soyka. Das Gericht habe keine Wahl gehabt, betonte Soyka: „Die Regelbeträge müssen sich an der Nettolohn-Entwicklung orientieren.“ Dies sei gesetzlich vorgeschrieben. „Die Dynamisierung hat auch Nachteile. Die Kinder bekommen das nun zu spüren.“ Die „Düsseldorfer Tabelle“ wird alle zwei Jahre neu berechnet. Zuletzt waren die Sätze 2005 um 2,5 Prozent erhöht worden.

ZWEI BIS VIER EURO MINUS

Unterhaltspflichtige mit einem Nettoeinkommen bis 1300 Euro im Monat müssen für ein maximal fünfjähriges Kind künftig 202 Euro zahlen – zwei Euro weniger als bisher. Ab 4400 Euro Nettoeinkommen sind es 404 Euro – ein Minus von vier Euro. Mehr Geld bekommen nur volljährige Kinder, wenn der Unterhaltspflichtige in den unteren drei Gehaltsgruppen eingestuft ist. Ursache dafür sind jüngere Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH). Der maximale Satz liegt bei 662 Euro für volljährige Kinder, wenn der Unterhaltspflichtige mindestens 4400 Euro netto verdient.

SONDERREGELN FÜR DEN OSTEN

Der „Düsseldorfer Tabelle“ ist die „Berliner Tabelle“ mit zwei weiteren Niedrigeinkommensgruppen für die neuen Bundesländer vorgeschaltet. Bis 1000 Euro Nettoeinkommen fallen dabei je nach Alter des Kindes zwischen 186 und 361 Euro Mindestunterhalt an. Auch in der „Berliner Tabelle“ sinken die Sätze um etwa ein Prozent, dafür wurde für die Volljährigen eine eigene Altersstufe mit deutlich höherem Satz eingeführt. Statt bislang 269 oder 280 Euro haben die Volljährigen Anspruch auf 361 Euro, wenn sie im Elternhaushalt leben. In den höheren Einkommensgruppen gilt auch in den neuen Bundesländern die „Düsseldorfer Tabelle“.dpa

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