Verbraucher : Ein Magnet zum Wischen

Flora Wisdorff

DAS TESTURTEIL:6 Punkte (0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen)

testet einen Staubwedel Staub wischen gehört zu den Aktivitäten, mit denen ich mich definitiv zu selten beschäftige. Das Wischen gehört nämlich nicht jedesmal dazu, wenn ich die Wohnung putze. Es kann vorkommen, dass die Staubschicht auf dem Computerschirm so dick ist, dass sie die Sicht trübt, oder ich mir beim Herausnehmen eines Buches aus dem Regal hinterher die Hände waschen muss. Spätestens dann aber ist es auf jeden Fall so weit: ich widme mich dem Entfernen der grauen Flusen. Das ist allerdings ein bisschen lästig, denn ich besitze keinen Staubwedel. Diese Anschaffung erschien mir nie erstrebenswert, weil der Staubwedel den Staub ja eigentlich nur durch die Luft wirbelt und nicht richtig beseitigt. Also nehme ich einen feuchten Lappen. Das ist deshalb störend, da man den zwischendurch ja immer wieder auswringen muss. Und Feuchtigkeit auf dem Computer- oder Fernsehbildschirm ist wahrscheinlich auch nicht ideal.

Also war ich gespannt auf den „Swiffer-Staubmagnet“, der dieses Problem lösen will. Denn die „flexiblen Mikro- und Makrofasern“ sollen den Staub aufnehmen und „einschließen“. Anfangs weiß man nicht so genau, wie man das seltsame Gerät handhaben soll, mit den Fasern, die aussehen wie Holzwolle in Blau, sogar ein kleines Muster ziert sie am Rande. Aber wenn man einfach anfängt zu wischen, wie es einem logisch erscheint, ist man angenehm überrascht. Einmal kurz über das Regal fahren, und es ist wieder weiß, während die blauen Fasern immer grauer werden. Offensichtlich sperren sie den Staub wirklich ein. Der Staubmagnet kommt auch wirklich in viele Ecken und wischt luftig um zerbrechliche Gegenstände herum, ohne dass man sie umstellen müsste.

Bis zu fünfmal könne jedes „Staubfangtuch“ verwendet werden, steht auf der Packung. Bei sehr starkem Staubaufkommen sollte man jedoch eher mit zweimal rechnen. Beim Wischen der Regale in der Redaktion, die offensichtlich von den Putzfrauen seit Jahren ignoriert werden, färbte sich der Magnet umgehend fast schwarz. Ein neues Tuch auf den Plastikgriff zu ziehen, ist jedenfalls kein Problem.

Der einzige Haken am Swiffer ist, dass er ein Produkt der Wegwerfgesellschaft ist. Regelmäßig muss man sich ein neues Paket mit Staubfangtüchern kaufen. Wen das nicht stört, und wem vier Euro für den Griff samt fünf Tüchern nicht zu teuer sind, sollte sich den Staubmagnet zulegen. Ich werde jedenfalls beim feuchten Lappen bleiben – vielleicht auch, weil ich dann eine Ausrede habe, wenn ich nicht so regelmäßig Staub wische.

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