Verbraucher : Eine Art Anti-Deodorant

Bernd Matthies

Das Testurteil: 6 Punkte 0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

Vom alten Küchengroßmeister Escoffier ist eine besonders subtile Methode des Knoblaucheinsatzes überliefert. Er soll in eine Zehe gebissen und in eine leere Schüssel gehaucht haben, in der dann anschließend der Salat umgewendet wurde. Das mag wahr sein oder auch nicht – es wäre den heutigen Genießern, die in allen Tsatsikigewittern gestählt sind, entschieden zu feinsinnig. Dennoch fühlen sich auch Fans immer noch genervt, wenn sie selbst Hand anlegen sollen an die tolle Knolle. Das Gezupfel an den Häuten, das Hantieren mit Messer und untauglichen Pressen, die hinterher nicht wieder sauber zu bekommen sind – ach! Und so kommt auch in den Küchen der Gutwilligen immer wieder so etwas Scheußliches wie Knoblauchsalz zur Anwendung. Es wäre also schön, gäbe es den Knoblauch aus der Dose …

Da ist er schon. Die rührige Firma Easy Gourmet (www.easy-gourmet.com), die auch verschiedene sehr gute Würzmischungen in handlichen Kunststoffmühlen anbietet, hat eine Technik gefunden, Knoblauchsaft ohne irgendwelche Zusätze in Sprühdosen abzufüllen, eine Art Anti-Deodorant, wenn man so will. Und das Zeug macht keinen schlechten Eindruck: Es tut, was Escoffier einst getan hat, und das durchaus kostengünstig. Pfffft! füllt der Knoblauchhauch die Salatschüssel, er senkt sich mildtätig über Bouletten und Pizza, und wer unbedingt versuchen will, ob der Duft zur hausgemachten Creme brulée taugt, der kann auch das ohne Zeitaufwand versuchen. Aber berufen Sie sich bitte nicht auf den Tagesspiegel, wenn die Gäste flüchten!

Das ist natürlich kein Ersatz für die echte Knolle. Denn die Dose lässt sich nicht sinnenfroh in Olivenöl anbraten, bis sie schwarz wird, beziehungsweise: Sie ließe sich schon, aber das kulinarische Ergebnis spricht eher dagegen. Und überall dort, wo größere Mengen gefragt sind, also bei Aioli oder Tsatsiki, müssten wir schon ein Viertel des Inhalts versprühen, um ein vernünftiges Ergebnis zu erreichen. Der Verwendungszweck beschränkt sich also ganz auf jene Gerichte, die durch einen Hauch gewinnen.

Technisch ist das Ding okay. Der Inhalt, nach dem Öffnen im Kühlschrank aufgehoben, verändert sich auch über Wochen nicht merklich, das Aroma bleibt. Im Lebensmittelhandel wird man dafür etwa 4,50 Euro anlegen müssen – das kostet die Dose zum Beispiel beim Internetversand www.gourmantis.de. Bezugsquellen nennt auch der Hersteller unter der Telefonnummer 0611/890220.

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