Verbraucher : Eine sichere Bank

Vermögensstudie der Sparkassen: Beim Geld sind die Deutschen konservativ

Henrik Mortsiefer

Die Lebensversicherung, der Bausparvertrag und das Sparbuch sind die beliebtesten Vorsorge- und Sparprodukte der Deutschen. Zu diesem Ergebnis kommt das Vermögensbarometer 2004 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Obwohl die Sparbuchzinsen nur bei rund einem Prozent liegen, setzt mehr als die Hälfte der Bundesbürger, die finanziell vorsorgen, auf den „Klassiker“. Auch bei den geplanten Anlageformen liegt das Sparbuch bei 18 Prozent der Vorsorgesparer immer noch hoch im Kurs.

Zu einem ähnlichen Ergebnis war in der vergangenen Woche der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) gekommen: Nach einer BVR-Studie haben die Anleger 2003 vor allem liquide und praktisch risikofreie Anlagen wie Sichtguthaben bei der Bank nachgefragt.

„Noch stärker als in den Vorjahren legen die Bürgerinnen und Bürger Wert auf die Sicherheit einer Anlage“, sagte Sparkassen-Präsident Dietrich Hoppenstedt am Mittwoch in Berlin. „Für 97 Prozent aller Befragten steht dieser Aspekt bei der Vermögensanlage im Mittelpunkt.“ Das Bedürfnis nach Sicherheit erklärt sich unter anderem aus der Erkenntnis der Deutschen, dass sie im Zuge der Renten- und Arbeitsmarktreformen mehr Eigenverantwortung für ihre Altersvorsorge übernehmen müssen. Immerhin 54 Prozent der von Emnid für die Sparkassen Befragten halten dies auch für richtig. „Besorgniserregend“ nennt der DSGV in diesem Zusammenhang aber die Informationslücken: 60 Prozent der Bundesbürger fühlten sich nicht ausreichend über die Veränderungen bei der gesetzlichen Rente informiert.

Entsprechend groß ist die Sorge vieler, in eine finanzielle Notlage zu geraten. So fürchtet etwa ein Drittel der Deutschen eine Verschlechterung der persönlichen finanziellen Lage – vor zwei Jahren waren es nur 21 Prozent. Berechtigt ist diese Sorge nach Einschätzung der Sparkassen allerdings nicht, weil sich „diese Befürchtungen – insgesamt gesehen – Jahr für Jahr nicht bestätigen“, sagte Hoppenstedt. Dies zeige sich auch darin, dass in diesem Jahr 84 Prozent der Bundesbürger ihre aktuelle finanzielle Situation als sehr gut, gut oder zufriedenstellend bezeichneten.

Im Durchschnitt wurden pro Kopf im vergangenen Jahr 1834 Euro an Geld- und Sachvermögen zurückgelegt – Immobilien eingeschlossen. 2003 kamen so insgesamt 125,5 Milliarden Euro zusätzliches Nettogeldvermögen in Deutschland zusammen. Die Sparquote stieg auf 10,7 Prozent an und dürfte laut DSGV im laufenden Jahr bei knapp elf Prozent liegen. Der gesamte Geldvermögensbestand belief sich auf rund vier Billionen Euro. Die steigende Sparneigung wollte DSGV-Präsident Hoppenstedt nicht als „Angstsparen“ bezeichnen, das zu Lasten des Konsums gehe. Mit Blick auf die schwache Binnenkonjunktur liege „die Bremse nicht im Sparverhalten, sondern vielmehr in der schwachen Einkommensentwicklung“, der hohen Arbeitslosigkeit sowie der Steuer- und Abgabenlast. Die allgemeine Stimmung sei aber offenbar schlechter als die Situation. Dafür spreche auch, dass der Anteil derjenigen abnehme, die nach eigenen Angaben kein Geld für Alter und Gesundheit zurücklegen könnten.

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