Energie : Gas in Berlin wird billiger

Der Berliner Versorger Gasag will die Preise 2009 um bis zu 25 Prozent senken. Am Dienstag war eine Studie veröffentlicht worden, die Regionalversorgern Preismissbrauch vorwirft.

Kevin P. Hoffmann
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BerlinBerlin - Der Berliner Gasversorger Gasag hat seine Prognose präzisiert, in welchem Umfang er die Kunden im laufenden Jahr entlasten will: „Was wir sagen können ist, dass übers Jahr gesehen eine Preissenkung von 20 bis 25 Prozent realisiert wird“, sagte Gasag-Sprecher Klaus Haschker am Mittwoch dem Tagesspiegel. Die Senkung von elf Prozent seit den Rekordpreisen im Winter sei da schon eingerechnet.

„Jetzt eine exakte Zahl zu nennen ist schwierig“, sagte er weiter. Unterm Strich könnten die Tarife um mehr als 0,8 Cent je Kilowattstunde sinken, aber auch weniger. Grundsätzlich rechne er damit, dass die Preise auf das Niveau von 2007 fallen. Eine Tarifsenkung um 20 bis 25 Prozent würde bedeuten, dass ein Durchschnittskunde im Jahr 270 bis 340 Euro weniger zahlen müsste als im vergangenen Winter.

Haschka betonte, dass seine Aussage nicht als Reaktion auf eine am Dienstag veröffentlichte Studie zu werten sei. In dieser von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegebenen Untersuchung hieß es, dass die Unternehmen ihre Tarife nur halb so stark senken, wie dies nach dem jüngsten Ölpreisverfall möglich wäre. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte am Mittwochabend, er erwarte, dass die Gasversorger die gesunkenen Gasbezugspreise in vollem Umfang und zeitnah an die Verbraucher weitergeben. Er forderte die Verbraucher auf, bestehende Wechselmöglichkeiten zu nutzen. In Berlin gibt es 18 Gasversorger.

Die Gasag, die in der Hauptstadt 89 Prozent der Kunden beliefert, kam in der Studie besonders schlecht weg, weil das Unternehmen seine Tarife seit dem Winter weniger stark gesenkt hat als die anderen untersuchten Versorger. Das Unternehmen wies die Kritik zurück. Man habe erst im Dezember vom Bundeskartellamt schriftlich bestätigt bekommen, dass das man 2008 einen Teil der gestiegenen Gasbezugskosten nicht an die Endkunden weitergegeben habe. Von daher könne man die Preise 2009 auch nicht so stark senken, hieß es. Kevin P. Hoffmann

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