Energiewirtschaft : Gaspreise sollen 2009 sinken

Energiekonzerne stellen Verbrauchern im kommenden Jahr niedrigere Gaspreise in Aussicht. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Marnette forderte die Konzerne zu einer Preissenkung von bis zu 25 Prozent auf.

Gas
Der Wettbewerb auf dem Gasmarkt steigt und die Preise sinken. -Foto: dpa

Dortmund/EssenDie deutsche Energiewirtschaft hat für das kommende Jahr sinkende Erdgaspreise angekündigt. Hintergrund sei der gefallene Ölpreis, an den die Gaspreise gekoppelt sind, sagte Präsident des Bundesverbands der Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW), Rolf Martin Schmitz, am Dienstag in Dortmund. Viele Anbieter würden schon Anfang Januar die Preissenkungen an die Endverbraucher weitergeben, so der BDEW-Präsident bei der "47. Gasfachlichen Aussprache". Schmitz wollte keine Angaben zur Höhe der möglichen Preissenkungen machen.

Auch der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE stellte für das kommende Jahr sinkende Gaspreise in Aussicht. "Wir gehen davon aus, dass es Anfang 2009 zu einer Senkung kommen wird, wann genau und in welchem Ausmaß kann ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen", sagte RWE-Finanzvorstand Rolf Pohlig in Essen. Neben RWE hatten zuvor auch EnBW sowie die Stadtwerke Duisburg und die Mannheimer MVV Energie sinkende Gaspreise angekündigt.

Preise sinken zwischen vier und sieben Prozent

Die EnBW will den Grundversorgungstarif Erdgas Plus um durchschnittlich vier Prozent senken. Bei der MVV stand die Höhe noch nicht fest. Die Stadtwerke Duisburg wollen ihre Erdgaspreise zum 1. Januar um rund sieben Prozent senken. Die EnBW kündigte weitere Preissenkungen an, wenn die Ölpreise nicht steigen.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) forderte zu noch stärkeren Preissenkungen bis zu 25 Prozent auf. "Fallende Energiepreise sind das beste Konjunkturprogramm", sagte er der "Bild"-Zeitung. Mit solch einer Senkung könnten Verbraucher um Hunderte Euro im Jahr entlastet werden. Er kritisierte fehlenden Wettbewerb und mangelnde Preistransparenz auf dem deutschen Gasmarkt.

BDEW-Präsident Schmitz stellte für die nächsten Jahre einen verstärkten Wettbewerb auf dem Gasmarkt in Aussicht. Demnach hätten bereits rund 21 Prozent der Haushalte in Deutschland im vergangenen Jahr ihren Tarif oder den Gasanbieter gewechselt. Das sind nach Angaben des BDEW mehr als doppelt so viele Haushalte wie im Jahr 2007. "Aufgrund des intensiven Wettbewerbs haben die Unternehmen jetzt ein besonderes Interesse daran, ihren Kunden die bestmöglichen Konditionen anzubieten", sagte er. (sg/dpa)

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