Verbraucher : Fahren und Sparen

Wie Sie am günstigsten mit dem Zug verreisen

Fritz Niemann

Arndt Stoewer möchte mit der Bahn von Berlin nach München und zurück. Kosten soll das 178 Euro – ganz schön teuer, findet er. Doch neben dem normalen Ticket bietet die Bahn verschiedene Sparpreise für Frühbucher, Mitfahrerrabatte und Vielfahrer an. Und die können das Zugfahren deutlich preiswerter machen.

Sparpreise. Die diversen Sparpreise sind zwar attraktiv, aber „um sie wirklich zu bekommen, muss man eine ganze Kette von Voraussetzungen erfüllen“, sagt Michael Koswig, Bahnexperte der Stiftung Warentest. Der Kunde muss eine Hin- und Rückfahrt buchen, einen Fernzug benutzen, spätestens drei Tage im Voraus buchen und vor allem einen freien Platz finden – denn das Kontingent an billigen Plätzen ist begrenzt. „Für den Spontan- Fahrer sind die Spartarife deshalb nicht geeignet“, sagt Koswig.

Bahncard. Stoewer weiß aber schon seit langem, dass er verreisen will, deshalb kann er voll von den Sparangeboten profitieren. Benutzt er die Bahncard 25, so muss er nur 75 Prozent des Normalpreises von 178 Euro bezahlen – die Fahrt kostet ihn dann nur noch 133,50 Euro. Und er kann sich spontan entscheiden. „Die Bahncard 25 ist ein attraktives Angebot für Gelegenheitsfahrer“, meint Koswig. Sie kostet 50 Euro für die 2.Klasse und 100 Euro für die 1.Klasse.

Noch günstiger wird es, wenn Stoewer die Bahncard 25 mit dem Sparpreis 25 kombiniert, denn so bekommt er auch auf den Sparpreis 25 Prozent Rabatt. Tritt er den Trip nach Süden am Wochenende an, kann er zusätzlich zur Bahncard 25 vom Sparpreis 50 profitieren – billiger ist dann nur noch die Mitfahrzentrale.

Für Vielfahrer und Geschäftskunden bieten sich andere Sparmodelle an: „Die Bahncard 100 ist für den Geschäftsreisenden geeignet, der mehrmals pro Woche die Fernzüge der Bahn nutzt und dafür jährlich mindestens 3000 Euro ausgibt“, sagt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband „Pro Bahn“. Nur noch einsteigen und dann fahren, wohin und wie lange man will – was reizvoll klingt, hat seinen Preis: 3000 Euro für die 2.Klasse und 5000 Euro für die 1.Klasse muss der Kunde hinblättern.

„Für Menschen, die relativ häufig und vor allem spontan Bahn fahren wollen, bietet sich die Bahncard 50 an“, sagt Koswig von der Stiftung Warentest. Die Bahncard 50 kostet 200 Euro in der 2.Klasse und 400 Euro in der 1.Klasse. „Lohnenswert ist das nur für Menschen, die mehr als 600 Euro pro Jahr in 2.Klasse-Tickets investieren“, sagt Koswig.

Surf & Rail. Immer montags ab 17 Uhr stellt die Bahn unter dem Namen Surf & Rail zehn Bahnverbindungen innerhalb Deutschlands ins Internet (www.bahn.de). Für Hin- und Rückfahrt kosten diese nur 50 Euro – bis zu vier Mitfahrer bezahlen die Hälfte. „Entspricht das Angebot nicht ganz der Wunschstrecke, lässt sich tricksen: zu frühes Aus- oder späteres Zusteigen sind erlaubt“, sagt Koswig.

Spar-Night. Sparen lässt sich auch im Schlaf: Spar-Night-Fahrten kosten 29 Euro für eine einfache Fahrt im Sitz- und Ruhesessel, Liegewagenplätze 39 Euro. Den Komfort eines Schlafwagens lässt sich die Bahn mit 59 Euro bezahlen. Rabatte für Mitfahrer gibt es hier nicht.

Schönes-Wochenend-Ticket. Der Klassiker fürs Wochenende ist das Schöne-Wochenend-Ticket: Für 30 Euro (28 Euro im Internet oder am Automaten) können Reisende damit von Samstag null Uhr bis Montag drei Uhr in Nahverkehrszügen und Verkehrsverbünden fahren.

Mitfahrerrabatt. Für Gruppen bietet die Bahn Mitfahrerrabatte an: Reisen zwei bis fünf Personen, bezahlt ein Mitglied den vollen Preis, die anderen reisen für die Hälfte. Das gilt auch für Sparpreise, zudem ist die Bahncard 25 mit dem Mitfahrerrabatt kombinierbar.

Kinder. Ganz billig reisen Kinder unter 14Jahren mit, wenn die Eltern oder Großeltern sie schon beim Ticketkauf auf der Fahrkarte eintragen lassen: Dann ist die Fahrt für die Kleinen ganz umsonst.

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