Verbraucher : Fernsehen im Miniformat

Corinna Visser

DAS TESTURTEIL: 7 Punkte 0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

testet ein Smartphone Es soll Menschen geben, die blind SMS schreiben können. Manche sollen elektronische Botschaften sogar mit dem Handy in der Hosentasche fehlerfrei tippen. Zu dieser Gruppe gehöre ich nicht. Ich vertippe mich immer, auch mit Tastatur und Display direkt vor der Nase. Die Möglichkeit, SMS auch handschriftlich verfassen zu können, finde ich daher sehr verlockend. Das Motorola A1000 hat dafür einen Touchscreen, also einen Bildschirm, der auf Berührung reagiert. Zum Schreiben zieht man auf der Seite einen kleinen Metallstift heraus. Und, oh Wunder, das Gerät erkennt auch die krakeligsten Buchstaben. Na ja, fast immer jedenfalls. Das ist wohl der Grund, warum dieses Telefon nicht Handy, sondern Smartphone heißt.

So ein Smartphone kann natürlich noch viel mehr. Ein ganzes mobiles Büro ist in dem kleinen Ding, verspricht der Hersteller. 117 mal 59 Millimeter ist es lang und breit und 18,7 Millimeter dick. E-Mails kann man empfangen, sich Word-, Excel- und sogar Powerpoint-Dokumente unterwegs ansehen. Das finde ich langweilig. Aber ich wollte wenigstens wissen, ob es klappt. Allerdings bin ich nicht bereit, Handbücher zu lesen – niemals! Zwei Wochen habe ich immer mal wieder an den Einstellungen herumgebastelt, bis die E-Mails endlich einliefen. Smart sind die Leute von Motorola schon. Ich habe immer mal wieder ein Motorola-Handy gehabt, weil die mit neuen technischen Dingen oft als Erste auf dem Markt waren. Was jedoch die Bedienerfreundlichkeit angeht, da muss man leidensfähig sein, sehr leidensfähig – oder eben so verquer denken lernen wie die Entwickler von Motorola.

Sogar videotelefonieren kann man mit dem A1000. Das würd ich gern ausprobieren, den Gesprächspartner beim Telefonieren sehen. Aber weil ich niemand kenne, der auch videotelefonieren kann, nutzt mir das leider nichts. Immerhin kann ich fernsehen auf dem Gerät, denn das A1000 funkt mit der schnellen Datenübertragung UMTS. Ich hätte es nicht gedacht, aber es ist ganz amüsant, am Bahnhof auf den Zug wartend, mal ein paar Minuten bei CNN oder MTV reinschauen zu können. Klar ist der Bildschirm mini. Aber es geht! Neben TV-Empfänger, Kamera (nur 1,2 Megapixel) und mobilem Büro ist das A1000 auch MP3-Player und Mini-Digicam für Ultrakurzfime. Für mich ist das A1000 vor allem eines, ein großartiges Spielzeug. Allerdings auch ein extrem teures: Ohne Vertrag kostet es rund 900 Euro, mit UMTS-Vertrag bei Vodafone ab 399,90 Euro.

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