Verbraucher : Futter für den Gameboy

Bei Mignon und Micro gibt es je einen klaren Testsieger. Die jüngste Generation eignet sich vor allem für digitale Geräte

Friedrich Geiger

Wenn man im Laden vor dem Regal mit Batterien steht, ist man meist ratlos. In welcher der kleinen Zellen steckt die meiste Energie für den Gameboy oder die Fernbedienung? Aufdrucke wie „High Energy“, „Longlife“ oder „Ultra“ versprechen große Leistungen. Doch welche Batterie hält, was sie verspricht? Die Stiftung Warentest hat 28 Batterien im Labor auf Betriebsdauer und Sicherheit geprüft – Mignonzellen (AA, siehe Tabelle) und die kleineren Mikrozellen (AAA). Das Ergebnis: Es bestehen tatsächlich erhebliche Unterschiede. So lieferten etwa die Batterien vom älteren Typ Zink-Kohle erheblich weniger Energie als alle getesteten Alkali-Mangan-Batterien. Ihre Ausdauer lag nur bei einem Fünftel bis einem Drittel. Das Urteil: „Für Zink-Kohle spricht nichts.“

Positiv bewerteten die Warentester dagegen zwei Neulinge: „Energizer Ultimate Lithium“ und „Panasonic Digital Extreme“. Da sich ihre Spannung von den Alkaline- Zellen unterscheidet, wurden sie nicht in die Tabelle aufgenommen. Die „Energizer Ultimate Lithium“ kostet mit zehn Euro je Viererpack erheblich mehr als die anderen, enthält dafür aber auch etwa doppelt so viel Energie wie die meisten getesteten Alkaline-Batterien. Der Hersteller gibt die Lebensdauer mit bis zu 15 Jahren an. Damit ist sie besonders für sicherheitsrelevante und selten benutzte Geräte zu empfehlen wie etwa Rauchmelder oder Notfallleuchten. Alkalines halten dagegen nur fünf bis sieben Jahre. Die „Panasonic Digital Xtreme Power Oxyride“ kostet sieben Euro je Viererpack. Wie die „Energizer Lithium“ gibt sie ihren Strom auf etwas höherem Spannungsniveau ab und ist daher optimal für Geräte wie etwa Digitalkameras geeignet. Der Energiegehalt entspricht allerdings nur dem einer besseren Alkaline-Batterie.

Die meisten Alkali-Mangan-Zellen im Test lieferten „gute“ Ergebnisse. In jeder Größe gab es sogar eine, die sich mit einem „sehr gut“ klar an die Spitze setzen konnte: Testsieger in der Mignon- Gruppe (AA) ist die „Duracell Plus“. Varta-Batterien schneiden im Test dagegen nur mittelmäßig ab. Der Hersteller hat den Energiegehalt seiner Batterien allerdings erhöht, seit die Warentester im vergangenen Juli die Batterien eingekauft haben. Das Modell „High Energy“ enthält nach Varta-Angaben nun 16 Prozent mehr Strom, „Maxi Tech“ heißt nun „Max Tech“ und hat zehn Prozent mehr Saft. Laut Varta hat „High Energy“ nun den höchsten Energiegehalt aller in Deutschland erhältlichen Alkaline-Batterien.

Bei den kleineren Mikrozellen (AAA, nicht in der Tabelle) schnitt die „Energizer Ultra+“ am besten ab. Ein Viererpack kostet 4,90 Euro. Kaum schlechter, aber wesentlich günstiger ist die „Aerocell Super Alkaline“ von Lidl. Sie erhielt die Note „gut“. Acht Stück kosten 1,75 Euro – pro Batterie also nur ein Sechstel so viel wie die Energizer.

Die Stiftung Warentest hat auch den Schutz bei Fehlanwendungen getestet. Bei Kurzschluss, beispielsweise wenn die Batterie in einer Schublade mit Metallteilen in Berührung kommt, kann sie im Extremfall aufplatzen. Den Prüfern ist das bei keiner Zelle passiert. Allerdings wurden einige Alkalines so heiß, dass ihr Plastikmantel teilweise schmolz. Auch der Auslaufschutz leerer Batterien wurde geprüft. Sie können auslaufen, weil nach der Entladung Gase entstehen, wodurch sich langsam ein Druck aufbaut. Das ist bei den Zellen von Panasonic und Conrad passiert. Die Tester haben zudem einige Modelle exemplarisch auf ihren Gehalt an den Schwermetallen Blei und Kadmium untersucht. Die Werte lagen deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzen. In jedem Fall sollten alte Batterien nicht in den Hausmüll geworfen, sondern beim Händler zurückgegeben werden. Dann können ihre Metalle zu großen Teilen zurückgewonnen werden.

Stiftung Warentest empfiehlt Einwegbatterien für selten genutzte Geräte und solche mit geringem Stromverbrauch wie etwa Fernbedienungen sowie für Geräte, die über lange Zeit sicher funktionieren müssen (Rauchmelder). Für häufig genutzte Geräte mit hohem Stromverbrauch wie Spielzeug oder Fotoblitz sind wiederaufladbare Akkus die bessere Wahl. Sie sind rentabler und umweltschonender.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben